Rupert Dorrer: „Die Galerie ist mein Lebenswerk“

von Redaktion

Bruckmühler Künstler feiert seinen 80. Geburtstag – Neues Werk „Gott lässt wachsen“ während der Pandemie entstanden

Bruckmühl – Seinen 80. Geburtstag feierte am gestrigen 11. März der Bruckmühler Künstler und Gründer der Galerie Markt Bruckmühl. Rupert Dorrer legte 1994 den Grundstein für ein Zentrum für Kunst und Kultur in seiner Wahlheimat Bruckmühl. Der Verkauf seines früheren Elternhauses und die Überlassung der von seinem Vater begonnenen und von ihm weitergeführten Dorrer-Sammlung waren die Grundlage für die Galerie-Gründung. Seither gehört er als Juror dem künstlerischen Beirat der Galerie an.

Bis heute
ein echter „68er“

Der vitale Jubilar ist in München geboren und in Prien am Chiemsee aufgewachsen. Im Internat in Stein an der Traun machte er sein Abitur. „Zu meinen damaligen Mitschülern zählte auch der Krupp-Erbe Arndt von Bohlen und Halbach, mit dem ich bei einem Krippenspiel gemeinsam auf der Bühne stand“, erinnert sich Rupert Dorrer, der nach seiner Schulzeit in einem renommierten Münchener Antiquitätengeschäft eine Ausbildung als Restaurator absolvierte und die Bildhauer-Schule in der Luisenstraße besuchte.

Anschließend studierte er an der Akademie Salzburg bei Professor Max Peiffer Watenphul freie Malerei. Rupert Dorrer gehörte in den 60er-Jahren der turbulenten Schwabinger Künstlerszene an, gründete später in Bruckmühl eine Kunst-Kommune und bezeichnet sich selber als „echten 68er“. Als Kunstschaffender beschäftigt er sich mit kritischem Realismus und christlicher Kunst, aber auch mit politischen Themen wie Rechtsradikalismus und Fremdenfeindlichkeit. Zu seinen wichtigen Lebensinhalten zählen Bescheidenheit, Kreativität, Demut, Humanismus sowie Achtung vor der Natur und vor der Menschenwürde. „Ich bin seit 55 Jahren selbstständig, und ich bin sehr glücklich in meinem Beruf als Maler, Restaurator und Kunsthändler“, betont er. Sein neuestes Werk nennt er „Gott lässt wachsen“. Das Bild zeigt Christus am Kreuz, dessen Stamm von Blumen umrankt ist. Seit 25 Jahren ist er bestrebt, die Rupert-Dorrer-Sammlung um Werke von Künstlern aus der Region zu ergänzen. „Die Galerie ist mein Lebenswerk, und mein Ziel ist es, den nachkommenden Generationen die Kunst unseres Landkreises zu zeigen“, unterstreicht er. Aus den Verkäufen seiner Bilder spendet er oft auch für soziale Zwecke wie beispielsweise für die Tafel Bruckmühl.

Gesellschaft ist armselig ohne Kultur

Die Corona-Pandemie beeinträchtigt auch seine Tätigkeit stark. „Wir machen eine ganz schwierige Zeit durch. Den Lockdown kann ich mit Auftragsmalereien etwas überbrücken“, schildert er und bedauert die kulturellen Auswirkungen der Pandemie. „Die Gesellschaft braucht die Kultur, ohne sie ist sie armselig“, stellt er fest. Bürgermeister Richard Richter würdigt die Leistung des Jubilars: „Rupert Dorrer gehört zu denen, die mehr – wenn nicht sogar alles – für die Kunst geben. Er ist uneitel und unprätentiös. Das zeigt sich im Besonderen in der Wertschätzung und Bewunderung, die er auch anderen Künstlern gegenüber an den Tag legt.“ Der Markt Bruckmühl sei dankbar dafür, einen solchen Menschen in seiner Mitte zu haben und als aktives Mitglied in der Kunstwelt genießen zu dürfen.

Lob und Anerkennung äußert auch Ute Bößwetter, die langjährige Galerieleiterin und Fördervereinsvorsitzende der ersten Stunde: „In den Anfangsjahren der Galerie initiierte Rupert Dorrer Museumsbesuche zu besonderen Ausstellungen in Salzburg, Stuttgart oder München. Seine Begeisterung für die Kunst und seine kenntnisreichen Erklärungen sprudelten nur so aus ihm hervor, und es war immer gewinnbringend, ihm zuzuhören.“ Sie habe damals viel von ihm gelernt. Seine Begeisterung für die Kunst habe er sich bis heute bewahrt, sie halte ihn jung.

Seine unverbrüchliche Leidenschaft für die Kunst ist es, die Cornelia Ahrens, seit 2009 Galerieleiterin, in all den Jahren an Rupert Dorrer am meisten fasziniert: „Mit Herzblut und Beharrlichkeit gelingt es ihm immer wieder, Neuzugänge für die Kunstsammlung Dorrer zu akquirieren.“ Die Begeisterung, mit der er Besucher durch die Ausstellungen der Dorrer-Sammlung führe, sei inspirierend und lehrreich zugleich: „Immer ein Genuss.“ Johann Baumann

Artikel 2 von 11