Bad Aibling – Zu einem größeren Corona-Ausbruch ist es, wie unsere Zeitung gestern erfuhr, im Wendelstein-Käsewerk in Bad Aibling gekommen. Wie das Unternehmen Bergader Privatkäserei GmbH auf Anfrage mitteilte, sei davon eine Schicht in der Produktion betroffen. „Eine werksübergreifende Ausbreitung können wir durch frühzeitige und regelmäßige Testungen verhindern“, so Stefanie Gampert, Referentin Unternehmenskommunikation bei Bergader.
Nach Angaben des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim waren am 21. April zehn Mitarbeiter positiv getestet worden, sechs weitere bei einer darauf folgenden Reihenuntersuchung. Sofort seien hier zusätzliche Maßnahmen zur Sicherheit in dem Betrieb am Standort Bad Aibling, in dem rund 200 Mitarbeiter beschäftigt sind, getroffen worden. „Als Lebensmittelbetrieb haben wir von Haus aus strengste Hygienerichtlinien“, betont Gampert. Aufgrund von Corona seien diese in enger Zusammenarbeit mit Mitarbeitern und Betriebsrat noch zusätzlich deutlich erweitert worden.
Zusätzlich zu dem sehr strengen Hygienekonzept gelte FFP2-Maskenpflicht auch am Arbeitsplatz. Für Besucher des Betriebes ist ein negativer PCR-Test Pflicht. Mehrfach pro Woche fänden Krisenstabsitzungen statt. Die Pausenzeiten und Umkleiden würden streng schichtbezogen gehandhabt, es gebe Einzelduschen. Im Raucherbereich dürfen sich nicht mehr als drei Personen aufhalten. Wo möglich, werde den Mitarbeitern Homeoffice angeboten, Frischluftzufuhr gebe es über die Raumluftanlage. Fahrgemeinschaften seien verboten.
Es gebe darüber hinaus weiterhin Reihentestungen der Käsereimitarbeiter. Laut Gesundheitsamt wurden durch diese Maßnahme nach Bekanntwerden der ersten Fälle sechs weitere Fälle entdeckt. In der kommenden Woche stehe erneut eine Reihentestung an. Landkreisweit würden durch diese Maßnahmen etwa zwölf Prozent der Fälle entdeckt. „Dies unter-streicht die Bedeutung von regelmäßigen Reihentestungen in Betrieben und Gemeinschaftseinrichtungen“, so Gesundheitsamtsleiter Dr. Wolfgang Hierl.
Gampert bestätigt: „Wir arbeiten hier sehr eng und partnerschaftlich mit dem Gesundheitsamt zusammen, um auch weiterhin durch Reihentestungen abgesichert zu sein.“ Von Anfang an habe man sehr disziplinierte und wirksame Maßnahmen getroffen, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren.
„Bereits auf leichte Verdachtssymptome haben wir sehr sensibel reagiert. So sind wir auch in der Lage den Produktionsbetrieb durch Schichtanpassungen aufrechtzuerhalten. Wir haben vor Ort ein sehr engagiertes Team, das exzellent zusammenarbeitet.“ Eva Lagler