Gelbbauchunke in Schwaiger Pfützen

von Redaktion

Sanierung des Rad- und Wanderweges zur Leitzachbrücke muss bis Oktober warten

Feldkirchen-Westerham – Der Feldweg von Schwaig bis zur Leitzachbrücke am Weiler Erb und die Abzweigung nach Sternegg sind derzeit in einem sehr schlechten Zustand. Der beliebte Rad- und Wanderweg ist gesperrt. Der Auftrag zur dringenden Sanierung wurde bereits vergeben. Die Kosten liegen bei rund 36000 Euro. Dass der Bau trotzdem erst im Spätherbst beginnen kann, hat einen winzigen Grund: Die hier vorkommende Gelbbauchunke verhindert einen früheren Baubeginn.

Winziges Tier ist
streng geschützt

In den mit Regenwasser gefüllten Fahrspuren hat sich die Gelbbauchunke angesiedelt – ein kleines Tier, das nach den Flora-Fauna-Habitat-(FFH)-Richtlinien europaweit streng geschützt ist. Dieser kleine Froschlurch mit dem auffallenden Fleckenmuster auf der Unterseite wird nur dreieinhalb bis fünf Zentimeter groß. Sein Lebensraum ist auf sauberes Wasser angewiesen. Durch Zuschüttung oder das Eindringen von Müll, Dünger oder Umweltgiften in diese straßenbedingten Kleingewässer ist die Gelbbauchunke bedroht. Ursprünglich war diese Art ein typischer Bewohner der Bach- und Flussauen, wo sie die im Zuge der Auendynamik entstandenen Gewässer besiedelte. Als natürliche Ersatzlebensräume bevorzugt die Gelbbauchunke temporäre Kleingewässer wie zum Beispiel die Spuren von Traktortreifen, Pfützen und kleine Wassergräben, die meist vegetationslos und somit frei von konkurrierenden Arten und Fressfeinden sind.

Durch die rasche Erwärmung dieser sogenannten Kleingewässer ist eine schnelle Entwicklung des Laichs und der Larven gewährleistet. Man findet diese Art heute auch häufig in Steinbrüchen oder Kiesgruben sowie auf Truppenübungsplätzen.

Ab April beginnt die Fortpflanzungszeit der Gelbbauchunken und bis zur Entwicklung zu Jungunken kann es bis zum Oktober dauern.

Was heißt das nun für die Gemeinde Feldkirchen-Westerham? Bleibt das Wetter weiter so unbeständig und regnerisch, sodass die Wasserpfützen nicht austrocknen, kann die angedachte Sanierung erst im Oktober erfolgen. Wenn allerdings die Pfützen austrocknen und die Gelbbauchunken weiterwandern, werden die Unebenheiten vorübergehend mit Kies gefüllt. So könnte eine erneute Wasseransammlung verhindert werden.

In Zukunft soll es gar nicht mehr zu diesen Wasseransammlungen kommen. Vorgesehen ist, diesen beschränkt-öffentlichen Feldweg durch sogenannte Aufreißer wasserdurchlässig zu machen.

Für die Unken
wird mitgebaut

Dieser nicht alltägliche und aufwendige Aufbau sieht vor, dass auf das Erdreich eine drei Meter breite und 25 Zentimeter hohe Schicht mit zertifiziertem Zementbruch aufgetragen und verdichtet wird. Auf diese Schicht werden dann fünf Zentimeter Straßenkies aufgebracht.

Auch die Unken werden bei den Bauarbeiten bedacht: Für sie werden seitlich der Wege Fahrspuren und Unkengewässer hergestellt. Ziel der umfangreichen und anspruchsvollen Sanierung: eine Symbiose aus schönem Radweg und neuem Habitat für die hübsche Unke.

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