Bruckmühl – Eine der am meisten von der Corona-Pandemie gebeutelten Branchen ist zweifellos die Gastronomie. Schon der erste Lockdown zwischen März und Mai 2020 traf das Gastgewerbe empfindlich – viele Betriebe konnten sich nur mit Mühe über den Sommer retten. Die erneute, ab dem 2. November 2020 bis in das Frühjahr 2021 verhängte totale Schließung hat die Krise dann deutlich verschärft und in Bruckmühl zu Lokal-Schließungen geführt (wir berichteten).
Öffnungszeiten
von Corona-Regeln
abhängig
Nach den zwischenzeitlich eingetretenen Erleichterungen atmet die Gastronomie in der Ortsmitte aber auf. Ein deutliches Signal hierzu gesetzt hat Bernhard Elfers mit der Wiedereröffnung des von ihm betriebenen „Café Mokka“. Er hatte sein beliebtes Lokal zum 1. November 2020 „bis auf Weiteres“ geschlossen. „Wir müssen erst beobachten, wie es mit dem Virus weitergeht und uns dann entscheiden, wann und ob wir wieder öffnen können“, schrieb er damals in Facebook.
Lockdown für
Renovierungen
genutzt
Seit drei Wochen hat er sein Café wieder geöffnet und dazu gegenüber dem „Mangfall-Boten“ erklärt: „Neben der Tatsache, dass man wieder öffnen darf, habe ich wieder richtig Lust darauf – dazu hat mich nicht zuletzt auch mein kürzlicher Italien-Urlaub inspiriert“. Während des letzten Lockdowns hat er einige Renovierungsmaßnahmen durchgeführt und dabei unter anderem neue Böden in der Küche und auf der Terrasse verlegt, wo auch ein barrierefreier Zugang geschaffen wird. „Bei der Terrassenrenovierung steht derzeit noch ein Baum im Weg, ich bin dazu aber in Kontakt mit der Gemeinde“, berichtet er. Sorgen bereitet ihm aber der Personalmangel, aufgrund dessen das Lokal momentan täglich nur ab 16.30 (bis 23 Uhr/am Wochenende bis 24 Uhr) geöffnet ist. „Es ist augenblicklich sehr schwierig, Personal zu finden, denn viele haben während des Lockdowns die Branche verlassen“, bedauert er.
Darüber beklagt sich auch Hermine Obermeyer von der „Marktküche“, die auch den Gasthof „Schäffler“ in Vagen betreibt. „Der Personalmangel ist eklatant, wegen des langen Lockdowns sind fast alle Arbeitskräfte weggelaufen und damit für unsere Branche unwiederbringlich verloren.“
Mit dem während des Lockdowns offenen Imbiss-Betrieb habe sie die Situation einigermaßen überstanden. Bei aller Freude über die jetzige Öffnung fehle wegen der schwankenden Inzidenzen und der Delta-Variante aber die Planungssicherheit. „Die Situation zerrt an den Nerven und macht einen müde und mürbe“, bekennt sie. Gianpietro Resera, Inhaber der Eisdiele „Casa del Gelato“ und des Restaurants „Non solo Pizza“, schaut trotz des schwierigen Neustarts nach dem Lockdown („es ist anders als vorher“) dennoch positiv in die Zukunft. „Wir haben es einigermaßen gut überstanden, nicht zuletzt dank des „To go“-Geschäfts im Lokal“, erklärt er. Er musste wegen des Personalmangels jetzt einen Ruhetag einführen. „Personal zu finden ist fast unmöglich“, stellt er fest.
Leerstand
weicht einer
Bäckerei mit Café
Schon unmittelbar nach dem Beginn des Lockdowns im Frühjahr 2020 hatte der Wirt des „Café Mittendrin“, Frank Rauch, das Handtuch geworfen, das Lokal stand seitdem leer. In diesen Tagen eröffnet dort aber „Hasi’s Bäckerei“, eine Bäckerei mit Café, kombiniert mit einer Art Bistro. Das Unternehmen betreibt im Landkreis Ebersberg 28 Filialen. Die Kunden in Bruckmühl bekommen neben den Bäckerei-Produkten unter anderem ein Frühstück, kleine Mahlzeiten wie Suppen, Salate, Sandwich und Brotzeiten etc.
„To-go“-Gerichte
sind gerade
sehr im Trend
Alles ist auch „to go“ erhältlich. „Wir bieten im Bistro unter anderem Bier, Wein und Prosecco an. Es soll damit in Bruckmühl einen weiteren Treffpunkt geben, wo man sich auch am Abend treffen kann“, erläuterte Geschäftsführer Volker Wöhrle gegenüber unserer Zeitung.
Das wiederbegonnene gastronomische Leben in der Bruckmühler Ortsmitte ist ein „zartes Pflänzchen“ – es ist zu hoffen, dass es nicht von einem erneuten Lockdown erstickt wird.