Feldkirchen-Westerham – Im Versorgungsgebiet der Elektrizitäts- und Wasserversorgungsgenossenschaft (EWG) Vagen gilt ab sofort ein Abkochgebot für Trinkwasser. „In den Proben vom Mittwoch wurden coliforme Bakterien nachgewiesen. Wir mussten zwei der drei Goldbachquellen vom Trinkwassernetz trennen, sie fließen jetzt direkt in den Goldbach. Derzeit arbeiten wir nur mit einer Quelle“, informiert Geschäftsführer Georg Schäffler. Trotzdem rät er zum Schutz vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen allen Abnehmern in Vagen, das Trinkwasser bis auf Weiteres abzukochen. Die Ursache für die Verunreinigung sieht er in den starken Niederschlägen der vergangenen Wochen.
Quellwasser wird
seit 1908 genutzt
Um Vagen mit Trinkwasser zu versorgen, wurden schon 1908 die Tuffbergquellen gefasst. 1980 entstand eine Ringverbindung mit der Schäffler-Quelle. Vor acht Jahren wurden die Quellen mit einer Investition von 110000 Euro generalsaniert.
Das Wasser wird über zwei Tonröhren mit Löchern direkt an den Quellen gezapft und in Edelstahlröhren ins Quellhäusl transportiert, wo es verteilt wird. Überschüssiges Wasser fließt unterhalb des Quellhäusls wieder in den Goldbach. „Wir haben hier bestes Trinkwasser, es gab noch nie Verunreinigungen“, betont Schäffler.
Das Quellgebiet ist weiträumig abgesperrt, um Verunreinigungen auszuschließen. Die Starkregenereignisse haben nun vermutlich dazu geführt, dass mit dem Oberflächenwasser auch coliforme Bakterien ins Quellwasser gelangten. Werden diese Bakterien im Trinkwasser normalerweise durch Chlorung oder Ozonierung abgetötet, müssen sich die Quellen des Goldbachs natürlich reinigen. „Sie werden jetzt im Abstand von drei Tagen beprobt“, informiert Schäffler. „Sobald das Trinkwasser wieder rein ist, informieren wir die Vagener.“
Die EWG Vagen versorgt etwa 350 Haushalte und circa 1200 Menschen mit Trinkwasser. Der Wasserverbrauch liegt bei 52000 Kubikmetern pro Jahr.