Bad Aibling – Im Frühjahr soll der Baustart für ein neues Wohnquartier in Harthausen erfolgen. Die Münchener Niederlassung des Projekt- und Gebietsentwicklers Bouwfonds Immobilienentwicklung (BPD) hat das 21300 Quadratmeter große Grundstück der einstigen Schön Klinik Harthausen erworben. In den nächsten drei Jahren werden hier in drei Bauabschnitten – beginnend an der Harthauser Straße – bis zu 200 Eigentumswohnungen und ein Kinderhaus mit Krippe, Kindergarten und Hort entstehen. Bis 2025 soll das neue Wohnquartier fertig sein.
Einstige Schön Klinik
wird abgerissen
Nach der Entscheidung der Unternehmensgruppe Schön, ihr medizinisches Angebot in Bad Aibling an einem modernen Klinik-Standort an der Kolbermoorer Straße zu konzentrieren, wurde die Klinik Harthausen im Jahr 2018 geschlossen und das Grundstück an die Chiemgau Residenzen GmbH in Rosenheim veräußert. In diesem Jahr hat es die Münchener BPD-Niederlassung für einen mehrstelligen Millionenbetrag erworben. Der Abriss der Klinik hat im März begonnen.
Bedarf fließt
in Planung ein
„Wir freuen uns, im Alpenvorland erstmals ein so vielseitiges Projekt zu entwickeln, welches sich an den Bedürfnissen der zukünftigen Bewohner ausrichtet“, erklärt Samira Pichler, die Leiterin der BPD-Niederlassung München. Die 19 Mehrfamilienhäuser, die hier in den nächsten vier Jahren in drei Bauabschnitten entstehen sollen, werden sich harmonisch in die umliegende Bebauung einfügen. „Die Wohnungsgröße von zwei bis vier Zimmern war das Ergebnis einer Umfrage der Stadt Bad Aibling“, so Pichler. Diese hatte die 160 potenziellen Interessenten für das „Aiblinger Modell“ befragt, welche Wohnraumgröße gewünscht sei. „Wir sind froh, dass in Harthausen ein neues Ortszentrum mit Wohnraum für die Bad Aiblinger – darunter auch Pflegemitarbeiter der Schön Klinik – entsteht“, begrüßt Bürgermeister Stephan Schlier den Planungsfortschritt.
Schon 2020 hatte der Stadtrat die Weichen für das Gebiet gestellt. „Wir haben einen rechtskräftigen Bebauungsplan und arbeiten aktuell an der Genehmigungsplanung für den ersten Bauabschnitt“, informiert BPD-Niederlassungsleiterin Pichler. Ende September werden die Bauanträge für den ersten Bauabschnitt eingereicht. Bis Ende 2023 sollen die ersten 65 Eigentumswohnungen entstehen – darunter 27 für das Einheimischenmodell. Dieses wurde eigens für die Wohngebiete „Harthausen-Ost“ und „Ellmosener Wiesn“ entwickelt. Zu den begünstigten Personen zählen Bad Aiblinger, deren Familien-Jahreseinkommen nicht höher als 102000 Euro (ohne Kinderfreibeträge) ist und deren Vermögen die Hälfte des Wertes des zu erwerbenden Wohneigentums nicht überschreitet. Bei der Auswahl zählen auch soziale Kriterien wie die Zahl der Kinder, die Pflege schwerbehinderter Familienangehöriger oder die ehrenamtliche Tätigkeit in Vereinen. Den „Modell-Familien“ wird ein Nachlass von 500 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche gewährt. Der tatsächliche Preis der Eigentumswohnungen ist noch nicht bekannt. Das Exposé für das Wohngebiet mit Blick auf Kaisergebirge und Wendelstein wird im September oder Oktober erwartet. Sobald die genauen Zahlen vorliegen, werden nach Information der Stadt die interessierten Familien angeschrieben.
Voraussichtlich in der Oktober-Sitzung steht die Entscheidung an, ob die Stadt das Kinderhaus kauft oder mietet – eine Frage, die vom Preis abhängt. Im Umfeld des Kinderhauses ist ein zentraler Treffpunkt für Harthausen mit Café und Bäckerei geplant. Durch das gesamte Quartier wird sich ein grünes Band ziehen. Zudem soll der Bereich am Weiher aufgewertet werden, entsteht ein großer Spielplatz für den Ort.
Noch bis Ende Dezember wird der Abbruch der einstigen Schön Klinik dauern. Im Frühjahr beginnt der Bau an der Harthauser Straße und setzt sich entlang des Dr.-Wilhelm-Knarr-Weges in Richtung Osten fort.