„Fans haben großen Sport gesehen“

von Redaktion

Spannende Rennen bei Bruckmühler Radsportnacht – 1000 Zuschauer trotzen dem Regen

Bruckmühl – Vor vier Jahren fand die letzte Bruckmühler Radsportnacht statt – jetzt gelang dem veranstaltenden RSV Götting-Bruckmühl ein gelungener Re-Start. Leider wurden gleich beim Start zum ersten Rennen die Wetterprognosen wahr: Regentropfen fielen als Wermutstropfen vom Himmel. So war es verständlich, dass dieses Mal nicht wie 2018 mehr als 3000 Besucher den Rundkurs zwischen Bahnhof-, Kirchdorfer- und Müller-zu-Bruck-Straße säumten. Doch auf die treuesten Radsportfans ist Verlass: Rund 1000 kamen zur 22. Auflage des Wettkampfs – erstmals mit der Firma Salus als Hauptsponsor – an die Rennstrecke und verfolgten begeistert die spannenden Rennen.

Vom Zweijährigen
bis zum Elite-Fahrer

Das Starterfeld erstreckte sich von den zwei- bis dreijährigen „Minis“ bis zu den Elite-Fahrern. Die Zuschauer – darunter Bora-hansgrohe-Teamchef Ralph Denk und Ex-Sechs-Tage-Crack und mehrfacher Bruckmühl-Starter Leif Lamparter – feuerten auf dem rund 600 Meter langen „Velodrom“ die Radsportler an. Ob bei den Nachwuchsrennen – „Fette Reifen“-Rennen genannt wegen der mindestens 30 Millimeter Reifenbreite – oder beim abschließenden Hauptrennen, das von 120 auf 60 Runden verkürzt wurde. Während die „Radminis“ je nach Altersgruppe ein bis zwei Runden zu absolvieren hatten, mussten die verschiedenen U-Starter zwischen 20 und 60 Runden drehen. Vor dem Hauptrennen bestritten die Elite-Fahrer – darunter die beiden Bora-hansgrohe-Fahrer Marco Haller und Patrick Gamper sowie Tour-de-Suisse-Etappensieger Nico Denz – ein Ausscheidungsrennen über 30 Runden, bei dem schon zahlreiche Prämien als Motivationsanreiz dienten. Den Sieg holte sich Sebastian Schönberger vor Patrick Gamper und Nico Denz. Das abschließende Kriterium – gestartet durch Salus-Vertriebsleiter Armin Kallmünzer – bot den Zuschauern ein abwechslungsreiches Rad-an-Rad-Spektakel. Nach einem spannenden Rennverlauf mit mehreren Führungswechseln setzte sich Tour-de-France-Teilnehmer Marco Haller mit einem fulminanten Schlussspurt quasi im Fotofinish gegen Michael Heßmann (Jumbo-Visma) und Daniel Bichlmann (Maloja Pushbikers) durch. „Das Rennen stand auf des Messers Schneide“, konstatierte der Sieger. Kompetent und aktuell kommentiert wurden die Rennen von Christian Lichtenberg, der vor der Radsportnacht noch für Eurosport über die Tour-de-France der Frauen berichtet hatte.

Bei der Tombola zog der achtjährige Leo Moosmeyer den Hauptgewinn: ein Trikot mit den Unterschriften des ganzen Bora-hansgrohe-Tour-de-France-Teams 2022. RSV-Vorstand Robert Heinzler zog trotz der widrigen Wetterbedingungen ein positives Fazit: „Der Radsport ist halt ein Outdoor-Sport und vom Wetter abhängig. Trotzdem sind die Fans gekommen, haben sich mit dem Wetter arrangiert und großen Sport gesehen.“ Sein Dank galt auch den Rettungsdiensten und den Sponsoren, denn die Bruckmühler Geschäftswelt hatte sich zahlreich mit Prämienspenden beteiligt.

Als Rennleiter fungierte in bewährter Manier Hermann Denk. Trotz des auf nasser Straße gefahrenen hohen Tempos kam es zu keinen Stürzen. Zum Erfolg der Bruckmühler Radsportnacht trugen natürlich auch die vielen ehrenamtlichen Helfer des RSV Götting-Bruckmühl bei, ohne deren Einsatz die Durchführung nicht möglich wäre.

Ergebnisse

Zu den Gästen der 22. Bruckmühler Radsportnacht zählte auch Ralph Denk, der Team-Chef des Bora-hansgrohe-Profiteams.

Sie sind heute auch Team-Chef eines ganz besonderen Teams. Welche Ihrer Kinder sind mitgefahren?

Ralph Denk: Am Start waren meine Kinder Leni (2 Jahre), die ihren Lauf gewonnen hat, Max (6 Jahre), Anna (8 Jahre) und Leo (10 Jahre).

Wie schaut es da mit Radsport-Ambitionen für die Zukunft aus?

Die Kinder sollen sich zuerst einmal bewegen, alles andere kommt dann von selber.

Gibt es im Radsport ein Scouting?

Ja, wir haben bei Bora-hansgrohe ein Scouting-Team, das auch Nachwuchsrennen besucht. Ziel ist es, irgendwann einen Tour-de-France-Sieger zu entdecken.

Interview: Johann Baumann

Drei Fragen an Ralph Denk, Bora-hansgrohe-Teamchef

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