Gewitter über Oldtimer-Treffen

von Redaktion

Mit rund 7000 historischen Fahrzeugen war das Maxlrainer Oldie Feeling 2022 die größte Veranstaltung ihrer Art in ganz Süddeutschland. Der extreme Andrang führte dazu, dass zahlreiche Oldtimer dieses Jahr nicht mehr auf der großen Schlosswiese parken dürfen.

Bad Aibling/Maxlrain – An Fronleichnam steht das Areal rund um das bekannteste Renaissanceschloss im Mangfalltal traditionell im Zeichen der Motoren und klassischen Karosserien: Über die Jahre hinweg stetig gewachsen, sah sich das Maxlrainer Oldie Feeling bereits im vergangenen Jahr einem massiven Ansturm von Oldtimer-Begeisterten ausgesetzt. Rund 7000 historische Fahrzeuge und über 20000 Besucher stürmten die Schlosswiese und das Gelände der Traditionsbrauerei. Und selbst ein heftiger Wolkenbruch am Nachmittag konnte der Begeisterung keinen Abbruch tun. Ein Gewitter der anderen Art braut sich jedoch im Vorfeld der diesjährigen Ausgabe des Treffens zusammen – diesmal im Netz und auf Social Media.

Räumliche
Trennung

„Wenn ich mir diesen hochexklusiven Affenzirkus mit Vorregistrierungen, Voranmeldungen, Umweg-Führungen, Themenparks, externen Oldtimerparkplätzen etc. da so anschaue, wird mir immer klarer, dass der ADAC sein elitäres Treffen jetzt künftig ruhig ohne mich machen kann“, ist nur einer von zahlreichen, missmutigen Kommentaren unter den Facebook-Posts des Veranstalters. Weiter ist zu lesen: „Ich finde es traurig, dass man nicht einfach alle Jahrgänge der Oldtimer anschauen kann, so wie es die letzten Jahre in Maxlrain war. Ich denke, dass sich richtige Oldtimerfans nicht auf ein Baujahr beschränken wollen.“

Ursprung für die schlechte Stimmung bei den Oldie-Fans war eine Entscheidung des Veranstalters, jüngere Oldtimer in diesem Jahr räumlich von älteren Modellen zu trennen: Während Fahrzeuge mit 40 und mehr Jahren auf dem Buckel auch weiterhin auf der großen Schlosswiese stehen dürfen, müssen jüngere Autos bis Baujahr 1984 ab sofort in Mietraching parken – in unmittelbarer Nähe zum Besucher-Parkplatz und rund drei Kilometer vom Schloss entfernt.

Auf Nachfrage beim ADAC Südbayern bringt Pressesprecherin Denise Kehrer Licht ins Dunkel: „Wir haben uns für die Neuerungen entschieden, da wir im letzten Jahr einen derart riesigen Andrang hatten. Das war zudem auch das erste Mal, dass wir eine Einbahn-Regelung für die Zufahrt zum Gelände genutzt haben. Im Zuge dessen war leider auch Bad Aibling teilweise lahmgelegt. Das soll heuer besser werden.“ Und weiter: „Also hat die Vorstandschaft überlegt: Einerseits gilt es natürlich auch, den Sicherheitsaspekt für die Besucher zu berücksichtigen. (…) Andererseits versuchen wir schon, da eine gewisse Exklusivität reinzubringen.“ Genau diese vermeintliche Exklusivität werfen Oldtimer-Freunde dem Veranstalter nun aber vor. Statt einer „bunten Mischung mit vielfältigen Fahrzeugen und mindestens genauso bunten Fahrern“ fürchten die Fans einen „elitären Einheitsbrei“: „20 Jahre war ich da, und es war schön, jetzt habt ihr es endlich kaputt ,exklusifisiert‘… Bravo! Lieber dann zu anderen, kleineren Oldtimertreffen in der Umgebung, die auf dem Boden geblieben sind.“ Ein anderer Kommentator ergänzt: „Ich denke, dieses Event wird langsam zu groß und verliert dadurch seinen Charme. Wenn nun die Oldies unter 40 Jahren ins ,Nirgendwo‘ verbannt werden, werden viele Oldie-Fahrer nicht mehr kommen. Ich hätte keine Lust, meinen gehegten Liebling weit ab vom Geschehen abzustellen und nicht im Blick zu haben. Auch entstehen die Gespräche und der Austausch mit anderen Besuchern ja am und durch das Auto.“

Neben der neuen Aufteilung der Fahrzeuge nach Baujahr haben sich die Veranstalter erneut der Weg-Führung zum und vom beliebten Oldie-Treff gewidmet. Das Ergebnis erklärt Daniel Geradtz vom ADAC Südbayern. „Das Einbahn-System vom letzten Jahr behalten wir bei – die Zufahrt erfolgt von Richtung Süden, die Ausfahrt nach Norden in Richtung Tuntenhausen.“ Anhand von fünf Farben soll jeder – gleich mit welchem Fahrzeug – den Weg zum Oldtimer-Treffen finden; im Idealfall ohne große Verkehrsbehinderung, so der Veranstalter. Wenn es also nach dem Veranstalter geht, sollen die unterschiedlichen Besucher auch unterschiedlichen Wegen zum Treffen folgen. Daniel Geradtz verdeutlicht: „Wer sich mit einem Oldtimer über 40 Jahren nicht vorab angemeldet hat, folgt den grünen Pfeilen, zunächst bis zum großen Aldi-Parkplatz an der Ebersberger Straße in Bad Aibling.“ Dort erhalten Teilnehmer das Gratis-Ticket für den Fahrer und bezahlen je zehn Euro für alle weiteren Insassen. Von dort aus geht es weiter über die Ebersberger Straße nach Norden, über den Kreisverkehr in Mietraching bis weiter zur Schlosswiese. Besucher mit Oldtimern über 40 Jahre, die sich hingegen vorab online registriert haben, sollen den gelben Pfeilen folgen – wie auch alle VIPs und Ehrengäste: Dieser Weg führt von der St2078 (Richtung Feldkirchen-Westerham) auf die Weihenlindener Straße, an Högling vorbei, hin zum Treffen am Schloss. Besucher mit Oldtimern Baujahr 1984 und jünger nehmen zusammen mit Fans ohne klassischem Fahrzeug die Route „Rot“ beziehungsweise „Blau“ – über die Texasstraße, vorbei an der Kaserne, zum Parkplatz in Mietraching. „Im Bereich Mietraching wird es dann einen separaten Parkplatz für die jungen Oldtimer geben. Und auch die Fahrer dieser Fahrzeuge bekommen freien Eintritt nach Maxlrain. Der Parkplatz kostet übrigens keinen Eintritt für Besucher, die nur die jüngeren Oldtimer sehen wollen“, ergänzt Denise Kehrer vom ADAC Südbayern. Im Zehn-Minuten-Takt geht es per Bus schließlich zur Schlosswiese. Dass sich nicht alle Besucher vorab mit der komplexen Neu-Organisation beschäftigen, darüber macht sich auch der Veranstalter keine Illusionen: „Wir wissen, dass viele Fans ziemlich kurzfristig entscheiden und losfahren,“ so Denise Kehrer abschließend. Doch genau an diesem Punkt sehen die Oldie-Freunde das größte Problem der Organisation: „Da blickt doch keiner mehr durch, Irrsinn vorprogrammiert“ und „Ihr tut euch da keinen Gefallen mit dem ganzen Umgeleite, nach dem Chaos letztes Jahr wird das sicher einigen zu blöd werden, schade eigentlich…“

Umfangreiche
Verkehrsregelung

Was den Verkehr angeht, der nicht das Oldie Feeling in Maxlrain zum Ziel hat, erklärt Michael Fischer vom Landratsamt Rosenheim: „Die Staatsstraße 2089 wird im Bereich Maxlrain für den Gesamtverkehr gesperrt. Der gesperrte Bereich beginnt am Kreisverkehr in Mietraching und endet südlich von Beyharting. Der Verkehr wird über die Staatsstraße 2078, die Kreisstraße RO8 (Unterholzham) und die Kreisstraße RO49 umgeleitet.“ Nördlich der Abzweigung Golfplatz/Fischbach gilt auf einer Länge von 500 Metern beidseitig ein Halteverbot. Für Fußgänger und Radfahrer werden Wegweiser aufgestellt. Die Feuerwehr wird an verschiedenen Punkten Posten zur ergänzenden Verkehrsregelung einsetzen.

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