Schechen – Die Gemeinde Schechen will beim Bau des Gemeinschaftsgebäudes auf der geplanten Sportanlage neue Wege gehen. Für das Gebäude mit Umkleiden, Vereinsheim und mehr soll ein Generalunternehmer beauftragt werden. Dabei wird nicht jedes Gewerk einzeln ausgeschrieben, sondern das Vorhaben generell beschrieben und danach gebaut. Man erhofft sich in der Gemeinde, damit die Kosten zu senken. „Wir haben so etwas noch nie gemacht“, erklärte Bürgermeister Stefan Adam (CSU) in der vergangenen Sitzung des Gemeinderates.
Daher habe man einen Dienstleister beauftragt, der die Gemeinde unterstützen soll. Zunächst geht es darum, ein sogenanntes „funktionales Leistungsverzeichnis“ zu erstellen, das Eckdaten des Gebäudes vorschreibt, nach denen gebaut werden soll.
Demnach beträgt die geforderte Nutzungsfläche rund 800 Quadratmeter und es soll Platz für die Spielfeldinfrastruktur, eine Gastronomie, den Musikverein sowie einen Schießstand geben. Für die Sportler sind fünf Umkleideräume sowie drei Duschräume vorgesehen. Die Küche der Gastronomie soll für die Zubereitung von Essen für 250 Leute ausgelegt sein, der Gastraum für 100 Gäste. Der Musikraum soll bauphysikalisch wie ein schulischer Musiksaal gestaltet sein, der Schießstand ist als digitale Anlage für die Verwendung von Druckluftwaffen zu realisieren. Das funktionale Leistungsverzeichnis setzt außerdem wesentliche Standards, etwa den Energiestandard nach dem Gebäudeenergiegesetz, fest. Die Dachfläche ist für Solarnutzung vorgesehen. Zu den Aufgaben des zukünftigen Auftragnehmers gehören unter anderem die bauvorbereitenden Maßnahmen sowie die schlüsselfertige Errichtung des Gebäudes. Um andere Maßnahmen, etwa den Bau des Sportplatzes, der Außenanlagen oder die Einrichtung des Schießstandes kümmern sich die Gemeinde sowie die Vereine. Axel Müller von der Firma Rheform aus München erklärte das Prozedere der Ausschreibung. Für das Markterkundungsverfahren werden verbindliche Zuschlagskriterien definiert. Neben dem Preis spielen dabei auch Bauqualität, Funktionalität, Architektur oder Projektorganisation eine Rolle. Nach diesen definierten Kriterien ergibt sich ein Punktesystem, nach dem die Firma mit dem besten Angebot ausgewählt wird. Doch was ist, wenn das Gewinner-Projekt zum Beispiel optisch nicht gefällt? Oder wenn der Bieter mit der zweithöchsten Punktezahl den Gemeindevertretern mehr liegt? „Sie können nicht frei entscheiden“, machte Müller deutlich. Man müsse die Zuschlagskriterien jetzt genau definieren und sei dann daran gebunden. Unter Umständen könne man Details nachverhandeln. Insbesondere Martin Rinser (Parteifreie Bürger Schechen) machte sich Sorgen, dass hinterher zum Beispiel das Erscheinungsbild nicht passe. Ingenieur Müller betonte, dass die Möglichkeiten hier rein vom Bebauungsplan und vom Baufeld begrenzt seien. Markus Grabmayer (SPD/ÜW Schechen) hinterfragte das Projekt generell. Er wunderte sich, warum es als „Gemeinschaftsgebäude“ bezeichnet werde, wenn es doch in erster Linie ein Sportheim sei. Stephan Dialler (Parteifreie Bürger Schechen) betonte: „Das Verfahren machen wir, weil wir glauben, damit deutlich günstiger zu bleiben. Dabei können wir ziemlich genau definieren, was die Anforderungen sind. Und wenn uns die Farbe nicht gefällt, dann kann man die sicher später auch nachverhandeln.“ Er betonte auch, dass der Sportverein umziehen müsse, weil am alten Standort, auf Wunsch der Gemeinde, ein neuer Supermarkt gebaut werden soll.
Außerdem kämen im neuen Gebäude auch andere Ortsvereine unter. Man versuche, so wenig Geld wie möglich auszugeben und das Maximum herauszuholen. Das Gebäude wird von der Gemeinde bezahlt, der Verein finanziert den Sportplatz. Dialler bat: „Habts Vertrauen, dass das gut wird!“ Mit einer Gegenstimme billigte das Gremium das funktionale Leistungsverzeichnis. Eine Fertigstellung des Gebäudes ist im Mai 2025 vorgesehen.khe