Feldkirchen-Westerham – Die Kosten für den Neubau der Kindertagesstätte am Mareisring in Feldkirchen laufen gewaltig aus dem Ruder. Veranschlagt waren 8,5 Millionen Euro, aktueller Stand knapp 10,5 Millionen Euro. Dazu kommen die Kosten für die Möblierung und die Erstausstattung in Höhe von 380000 Euro. Diese Zahlen hat Architekt Rüdiger Pöhlmann dem Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung vorgetragen.
Gemeinderat segnet erhöhte Kosten ab
Diese Kostenmehrung segnete der Gemeinderat gegen die Stimmen von Heinz Oesterle (SPD) sowie Bernhard Neumaier (CSU) ab. Kernaussage des Architekten war, dass das Projekt zu Beginn mit nicht vorhersehbaren Kostensteigerungen, Lieferengpässen und sich daraus ergebenden Zeitverzögerungen zu kämpfen hatte. Weiter verlangte der schwierige Untergrund, die Beschaffenheit des Bodens, die Ableitung des Regenwassers und die deutlich erhöhten Anforderungen an die Kellerabdichtung einen höheren finanziellen Aufwand als vorgesehen war. Zusätzliche Mehrausgaben verursachte ein unterirdisches Regenrückhaltebecken. „Für einen Teil dieser Mehrausgaben scheint der Statiker, bedingt durch mehrere nachträgliche Anforderungen, mitverantwortlich zu sein“, bemängelten Heinz Oesterle (SPD) und Franz Bergmüller (Pro Bürger). Nach Ansicht des Architekten seien indirekt auch der in den vergangenen zwei Jahren völlig überlasteten Baubranche die kalkulierten Preise entglitten. „Steigerungen von bis zu 28 Prozent konnten nicht aufgefangen, sondern mussten von den Firmen zum Teil weitergegeben werden.“
Wettbewerb fehlte mangels Angeboten
Die höheren Kosten seien zum Teil schon bei der Vergabe der einzelnen Gewerke abzusehen gewesen. „Wenn mehrere Firmen um ein Angebot gebeten wurden und nur ein einziges eingegangen ist, dann war der Wettbewerb praktisch schon ausgeschlossen“, argumentierte die Bauverwaltung. Selbst wiederholte Ausschreibungen brachten keinen Erfolg, sondern verursachten nur zeitliche Verzögerungen.
Endgültig fertig sein wird der Neubau erst im Sommer des kommenden Jahres, allerdings pünktlich zum neuen Kindergartenjahr. Neben den Maler- und Bodenlegerarbeiten müssen auch noch die Außenanlagen vergeben werden.