Ein Kalender über Valley von Valleyern

von Redaktion

Besonderes Mitmachprojekt aus den Kulturtagen 2023

Valley – Das gab es noch nie: Einen Kalender mit Fotomotiven von Valley (Landkreis Miesbach) sowie Geschichten zu den Fotografien, allesamt von Valleyer Bürgern oder anderen Menschen geschrieben, die eine enge Beziehung zum Ort haben. Seit 1. März gibt es einen immerwährenden Wort-Bild-Kalender über Valley von Valleyern verfasst.

Von der ersten
Idee bis zum Projekt

Der Kalender, der ein Mitmachprojekt während der Valleyer Kulturtage 2023 war, liegt zum Verkauf in der Gemeinde Valley aus. Die Initiatoren haben sich für eine limitierte Auflage von 200 Stück entschieden. Ein Kalender kostet 19 Euro. Das Projekt wird von der Gemeinde unterstützt und finanziert. Es handelt sich um einen immerwährenden Kalender, der über 2024 hinaus gültig ist.

Der Erlös geht an den Valleyer Kulturfond, aus dem heraus kulturelle Projekte finanziert werden. Anja Gild, die auch Schreib- und Kommunikationstrainings durchführt, hatte die Idee zu diesem Projekt: Warum nicht mal Valleyer Bürger Geschichten zu Valleyer Fotografien schreiben lassen? Es sollte ein öffentliches Schreib-Foto-Projekt werden, das die Mitwirkenden zum Nachdenken und Schreiben über die Gemeinde animiert.

Der Valleyer Fotograf und Designer Manfred Lehner war von der Idee begeistert und stellte wunderschöne Schwarz-Weiß-Fotografien aus dem Ort zur Verfügung. Er kümmerte sich auch um das Gesamtdesign und die Fertigstellung der Druckdaten. So ist der Wort-Bild-Kalender entstanden.

Mitmachen konnte jeder. Am 5. November des vergangenen Jahres trafen sich 13 Teilnehmende im Saal der Schlossbrauerei. In der Mitte eines Stuhlkreises lagen 25 Schwarz-Weiß-Fotomotive aus Valley. Anfänglich suchten sich die Teilnehmenden eine Fotografie aus. Der Schreibprozess war in mehrere Schritte gegliedert: freies Assoziieren und Schreiben über das Fotomotiv, aus einer neuen und anderen Perspektive über das Foto schreiben sowie die bisherigen Texte kürzen.

In einem ersten Schritt reduzierten die Schreibenden ihre Texte auf elf Worte, das sogenannte Gedichtformat „Elfchen“. Aber es ging noch kürzer: „Beschreibt das Bild mit nur sechs Worten“, so lautete der letzte Auftrag (sogenannte „Six-Word-Story“).

Jede Schreib-Sequenz dauerte nur zehn Minuten. Es sollte möglichst spontan, „aus dem Bauch heraus“, geschrieben werden. Durch die Formatvorgabe, das Zeitlimit und die schrittweise Reduktion entstanden poetische, äußerst authentische Texte rund um das jeweilige Fotomotiv. Pro Foto sind zwei Werke je Autor ausgewählt und im Kalender abgedruckt.

Noch eine Besonderheit: „Zuerst das Wort, dann das Bild Worte beflügeln unsere Fantasie, berühren unsere Erinnerungen und inneren Bilder“, erfuhren die Mitwirkenden. Bei den meisten Kalendern ist das Motiv wichtiger als der Text. Dies ist bei diesem Kalender anders: Der Betrachter schlägt den Kalender auf und liest zuerst die Geschichte zu einem Bild. Dann erst ist das Bild zu sehen. Damit die Geschichten und die zugehörigen Fotos als zusammengehörig wahrgenommen werden, haben sich Gild und Lehner entschlossen, die Texte auf Transparentpapier drucken zu lassen.

Beim Lesen schimmert
bereits das Bild durch

So schimmert beim Lesen bereits das Fotomotiv sanft durch. Auch das ist eine Besonderheit und erforderte natürlich einen Sonderdruck.

Mitgemacht und mitgeschrieben haben: Barbara Bertram, Lorita Bögl, Anneliese Müller, Renate Döring, Brigitte Folger, Annemarie Grossmann, Anna-Maria Hagn, Margareta Kober, Claudia Kreutzer, Irene Paul, Ilka Walter, Monika Ziegler und Bernhard Wolf. re

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