Feldkirchen-Westerham – Einen besseren Empfang hätte sich Benedikt Glas nicht wünschen können: Lautstark bejubelt von den knapp 300 Besuchern ist er in die Stocksporthalle in Feldkirchen eingezogen, um beim Starkbierfest des Burschenvereins Feldkirchen-Westerham die Fastenpredigt zu halten.
Erstmals hatte er ein Mönchsgewand samt Kapuze angezogen, um den Gästen, vor allem den bekannteren, die Leviten zu lesen – und zwar hintergründig, humorvoll, nicht verletzend, aber auch nicht jedes Wort in sanfte Watte gepackt. Und damit die Besucher gleich wussten, wer ihnen am Rednerpult gegenüberstand, legte er gleich zu Beginn ein Geständnis ab: „Bruda Bene dua i mi nenna und von de Benediktiner dua i kemma, meine Spezln song a gern zu mir, meine Hobbys san Beten und Bier.“
Gern hätte der Mönch Bürgermeister Johannes Zistl mehr aufs Korn genommen, der aber hatte kurzfristig per E-Mail absagen müssen. Inhalt laut Benedikt: „Kranke Kinder daheim und die Frau unterwegs.“ Dennoch kam Zistl nicht ganz ungeschoren davon. Mit einer politischen Ungereimtheit samt verbalem Seitenhieb deutete der Fastenprediger auf Entwicklungen auch in Oberbayern: „Ein waschechter Vagener wurde Bürgermeister in Feldkirchen-Westerham und ein Franke ist Ministerpräsident in Bayern.“
Dass Ehrenbürgerin Ilse Aigner terminlich verhindert war, konnte der Prediger noch verstehen. Aber: „Sie hätte als Ersatz auch im Februar den Friedrich Merz schicken können.“
Hohe Kosten für den neuen Kindergarten, langwieriger Hochwasserschutz – ganz offenbar sind dem Mönch viele Themen zugetragen worden. Hauptsache aber war, dass die Musikkapelle Vagen mit Dirigent Jürgen Schubert flott aufspielte sowie dass das Maxlrainer Starkbier und die Schmankerl schmeckten. Manfred Merk