Tuntenhausen – Die Glückwünsche vom Bürgermeister werden bei den Eheleuten Josef und Paula Zehentmair aus Ostermünchen schon fast zur Gewohnheit. „Ich glaub, ich bin jetzt schon zum vierten Male bei euch“, meinte Georg Weigl bei seinem Besuch anlässlich der eisernen Hochzeit. 65 gemeinsame glückliche Ehejahre liegen hinter den beiden.
Im idyllischen Freisitz, wo Josef und Paula Zehentmair gern ihre Zeit verbringen, kam man mit dem Bürgermeister schnell ins Plaudern. Bei so einem langen Lebensweg ist es doch viel schöner, über die Vergangenheit zu reden, als über die Gegenwart. Schon früh musste Josef Zehentmair sein Elternhaus in Madau/Hinrichssegen, wo er mit neun Geschwistern aufwuchs, verlassen. Er erlernte das Maurerhandwerk und arbeitete später im Tiefbau.
Paula Zehentmair ging es ähnlich: Sie wuchs mit fünf Geschwistern und vier Halbschwestern auf und zog bereits mit neun Jahren nach Laus. Mitte der 50er-Jahre lernten sich die beiden kennen, denn immer, wenn er vorbeiging, öffnete sie das Fenster. 1959 gingen sie in Oberpframmern den Bund der Ehe ein, aus der fünf Kinder hervorgingen. Jung waren sie damals noch, gerade 19 beziehungsweise 21 Jahre alt. 1976 fingen sie an, in Ostermünchen ein Haus zu bauen – mit viel eigener Handarbeit. Ein Jahr später zogen sie ein. „Wir lebten hier zu neunt“, erzählte Paula stolz. Vom Keller bis zum Speicher wurde jeder Quadratmeter ausgenutzt. Mittlerweile ist Ruhe eingekehrt in das Haus am Nelkenweg. Ausnahme sind Feste wie Ostern, Weihnachten und Geburtstage. Dann rührt sich wieder was im Hause Zehentmair. Ansonsten widmet sich Josef Zehentmair seiner Lego-Eisenbahn und schreibt seine Tagebücher. „Temperatur, Wetter, alles steht da drinnen“, sagt seine Frau. Auch Tochter Michaela schätzt das Tagebuch. „Es ist interessant, was am gleichen Tag vor drei oder sechs Jahren war“, meinte sie.
Die beiden fühlten sich von Anfang an wohl in Ostermünchen. Josef Zehentmair erinnert sich noch an den ersten Tag, als sie nach Ostermünchen fuhren. Mit dem Radlader auf einem Tieflader und dem Blick auf die herrliche Bergkette. Die kann er bei gutem Wetter auch heute sehen.
Frau Paula ist zufrieden, wenn sie in ihrem Freisitz die singenden und fliegenden Vögel beobachten kann. „Das ist schöner als Urlaub“, meinte sie. ws