Bei den Gesprächen zwischen Schülern und Senioren kommen auch ganz praktische Themen, wie die Funktionalität des Handys, zur Sprache.
Ostermünchen – Die Nachbarschaftshilfe Tuntenhausen hat kürzlich ein neues Projekt ins Leben gerufen, um der Einsamkeit älterer Menschen entgegenzuwirken. Und schon jetzt wird dieses Projekt gut angenommen. Das gemeinsame Mittagessen zwischen Alt und Jung ist mittlerweile zu einer festen Einrichtung geworden. Als soziale Wesen sind Menschen nicht für die Einsamkeit geschaffen. Die Folgen können körperliche und seelische Erkrankungen sein. Um dem entgegenzuwirken hatte die Nachbarschaftshilfe die Idee, Jugendliche mit älteren Menschen zu vernetzen.
Gemeinsames Essen mit Spielenachmittag
Mit der Fritz-Schäffer-Schule in Ostermünchen fand man den passenden Partner. Nun gibt es zweimal im Monat in der Schule ein gemeinsames Essen. Die älteren Menschen werden von der Nachbarschaftshilfe abgeholt und zur Schule gebracht. Gegen 13 Uhr stoßen dann die Schüler dazu und es entwickeln sich schnell rege Gespräche. „Die älteren Leute warten meist schon auf der Hausbank auf den Abholtransport“, meinte Einsatzleiterin Juana Voracek. Nach dem Essen gibt es immer noch Unterhaltung: Spiele im Leseclub, ein Spaziergang im Pausenhof oder ein gemeinsamer Aufenthalt in der Aula. Dass bei den Spielenachmittagen auch der Ehrgeiz zum Gewinnen geweckt wird, das hat Melanie Kaltner von der Nachbarschaftshilfe schon live miterlebt. „Zuletzt haben wir gemeinsam Memory gespielt, zwei Damen haben verloren, stiegen prompt auf und wollten nach Hause.“ Gut verlieren kann man anscheinend auch als älteres Semester nicht. Ganz diplomatisch ließen die Schüler die Senioren dann auch gewinnen. Die gemeinsame Zeit tut beiden Seiten aber ganz gut.
Soziale Einstellung
bei Schülern fördern
„Die Erwachsenen genießen es förmlich, dass sich die Schüler für sie Zeit nehmen“, meinte Rektorin Margaret Careddu-Bayr. Und bei den Schülern wird die soziale Einstellung gefördert, fügte sie an. Die Senioren wiederum schätzen, dass man sich um sie kümmert. So sitzen sie zum Essen nicht allein zu Hause im meist stillen Kämmerlein, sondern nehmen die Mahlzeit in Gesellschaft ein. Und bekommen dabei manchmal sogar noch praktische Tipps zum Umgang mit dem Smartphone.