Tuntenhausen – Die Nachricht sorgt für Aufsehen in der Region. Am Sonntag hat ein bislang unbekannter Täter gegen 1.15 Uhr erheblichen Schaden am Haltepunkt in Ostermünchen angerichtet. Wie die Bundespolizeiinspektion Rosenheim mitteilt, wurden dabei die Fenster einer Zugtüre sowie die Seitenscheibe eines Wartehauses und zwei Scheiben der Fahrplankästen gewaltsam eingeschlagen.
Zeugen
alarmieren Polizei
Zu nächtlicher Stunde gingen dann fast zeitgleich bei der Einsatzzentrale der Rosenheimer Landespolizei und bei der Bundespolizei in Rosenheim Anrufe ein, Zeugen berichteten von „Unregelmäßigkeiten“ am Haltepunkt Ostermünchen. Demnach habe ein Anwohner die Polizei über laute Geräusche am Bahnhof informiert, zudem hatte er dort einen Mann wegrennen sehen. Die von der Bayerischen Regiobahn alarmierten Bundespolizisten fanden am Bahnsteig mehrere faustgroße Steine, die als Tatmittel infrage kommen. Mit diesen Steinen könnten nach ersten Erkenntnissen die Scheiben der Zugtüre, des Wartehauses und der Fahrplankästen beschädigt beziehungsweise zerstört worden sein. Ein weiterer Zeuge berichtete, dass es im Regionalzug zwischen Aßling und Ostermünchen lautes Geschrei gegeben hätte. In Ostermünchen hätten dann etwa drei Personen den Zug verlassen. Unter ihnen wäre eine Person gewesen, die eine auffällig bunte Jacke trug.
Die Ermittler gehen davon aus, dass die Sachbeschädigungen durch den oder dieselben Täter begangen wurden. Der Schaden beläuft sich demnach auf rund 2000 Euro. Drei Tage nach dem nächtlichen Vorfall ergab eine erneute Anfrage des Mangfall-Boten bei der Bundespolizei, dass bislang keine neuen Erkenntnisse, etwa durch Zeugenaussagen, hinzugekommen seien.
Klar sei, auch wenn Beschädigungen immer wieder an Bahnhöfen vorkommen, dass der Haltepunkt Ostermünchen „kein Brennpunkt“ für entsprechende Sachbeschädigungen ist. Das bestätigte auch der Bundespolizei-Sprecher, Dr. Rainer Scharf. Trotz der Zerstörungswut habe der beschädigte Zug in besagter Nacht auch weiterfahren können, wenngleich eine spätere Reparatur unumgänglich sei.
Hinweise zur Tat oder den Tätern nimmt die Bundespolizei in Rosenheim unter der Rufnummer 08031/ 80262102 entgegen. An der Aufklärung des Vorfalls ist auch die Bayerische Regiobahn beteiligt. „Im beschriebenen Fall wurden die Videoaufzeichnungen gesichert und die Bundespolizei wertet sie aus“, erklärt Annette Luckner, Pressereferentin der Bayerischen Regiobahn, gegenüber dem Mangfall-Boten.
Generell komme Vandalismus leider regelmäßig vor, in jüngster Zeit häuften sich die Vorfälle bei allen Eisenbahnverkehrsunternehmen, schildert Luckner die Entwicklung. „Das reicht von eingeschlagenen Scheiben bis zu Gegenständen im Gleis, zum Beispiel Fahrräder, Betonplatten oder Eisenstangen“, so die Pressereferentin. Häufiger seien allerdings Schäden durch mutwillig verstopfte Toiletten. Insgesamt hielten sich die Schäden aber in Grenzen. Doch was kann die Bayerische Regiobahn unternehmen, um auf derartige Vorfälle angemessen zu reagieren? „Als Sicherheitsvorkehrung haben wir in allen unseren Zügen Überwachungskameras installiert“, sagt Luckner.
Durch diese könne man Vorfälle, wie den in Ostermünchen, zumindest im Zug sehr gut erkennen und verfolgen lassen. „In begründeten Fällen informieren wir die Bundespolizei, die die Aufzeichnungen der Kameras auswertet. Wir selbst dürfen das aus Datenschutzgründen nicht tun.“
Wie verhalten sich
‚Fahrgäste richtig?
Bleibt zu klären, wie sich eigentlich Fahrgäste verhalten sollten, wenn sie beispielsweise Vandalismus beobachten. Laut Luckner sollten sie die Verursacher ansprechen, „sich dadurch aber bitte nicht selbst in Gefahr bringen“. Befindet sich ein Kundenbetreuer im Zug, könne dieser informiert werden, wie auch der Triebfahrzeugführende über die Notfallsprechstellen an allen Türen. „Diese dürfen in einem solchen Fall benutzt werden. Unser Personal leitet dann Maßnahmen ein und zieht auch, je nach Lage, die Bundespolizei hinzu“, so Luckner.