Zu den Leserbriefen: „Keine Demo für die Demokratie, sondern für die Ampel“, „Es lebe die Meinungsfreiheit“, „Hilfeschrei wird nicht gehört“ (Lokalteil)
Die gefühlten Fronten sind verhärtet wie nie, beklagen zurecht alle Seiten. Wir kommen irgendwie nicht mehr zusammen. Was könnte denn ein kleinster gemeinsamer Nenner sein, hinter den sich selbst in turbulenten Zeiten noch Menschen aus verschiedensten politischen Lagern versammeln können? Es müsste ein Gedanke sein, der die Vielzahl der Sichtweisen zulässt und schützt. Der die Freiheit des Einzelnen mit dem Wohl der Gemeinschaft abwägt. Wo der Wille der Bürger regelmäßig in freien Wahlen politische Macht verteilt und vor allem auch wieder entzieht. Der in der Umsetzung bestimmt alles andere als perfekt, von der Idee her aber richtig ist. Wer die Demonstrationen pro Demokratie zu Fan-Veranstaltung der Ampelregierung umdeutet, schlägt nicht nur eine Chance zur Überwindung genannter Fronten aus: Er fällt auch herein auf einen perfiden Trick der Einzigen, die tatsächlich Interesse an Spaltung und Destabilisierung haben: Jene, die die Demokratie abschaffen wollen.
Unsere freiheitlich demokratische Grundordnung ist keine Selbstverständlichkeit. Sie verdient es, für sie einzustehen und lebt davon, dass wir an sie glauben. Kommt doch das nächste Mal einfach mal mit!
Andreas Huber
Bad Aibling
Und es ist einmal mehr die Politik und die Regierung, die mit Standardvorwürfen und Behauptungen konfrontiert wird. Warum ist es für Menschen wie Herrn Balik und Inge und Susi Standl so einfach, mit dem Finger auf andere zu zeigen, Schuld zuzuweisen, einen Dialog nicht zustande kommen zu lassen, da Mann/Frau ja schon alles besser weiß? Ja, wir brauchen Veränderung, die Rechtsprechung und politischen Rahmenstellungen müssen nun endlich in diesem Jahrhundert, in einer völlig veränderten Gesellschaft ankommen.
Aber was tun Sie dafür? Außer Behauptungen aufzustellen und mit dem Finger auf andere zu zeigen? Hier könnten zum Beispiel Bürgerräte, Volksbegehren, und vieles mehr demokratische Prozesse sein, siehe zum Beispiel der Verein „Mehr Demokratie“. Wie engagieren Sie sich für eine bessere Gesellschaft? Ja, wir haben Probleme, aber die Frage müsste logischerweise sein: Wie können wir diese gemeinsam lösen? Konstruktiv, lösungsorientiert und zukunftsweisend.
Sissi Zinner-Knarr
Bad Aibling