Bruckmühl – „Bis zum Fahrplanwechsel 2023 soll der Bahnhof Bruckmühl pünktlich in einen modernen, barrierefreien Bahnhaltepunkt umgewandelt werden“, kündigte Sven Hollhaus von der Deutschen Bahn Engineering und Consulting GmbH im Herbst 2021 im Rahmen einer Marktgemeinderatssitzung an, bei der er die Detail-Planvorstellungen zur Bahnhofsarealumgestaltung vorstellte. Soweit die Theorie. In der Praxis wurde bis heute keine einzige Arbeitsschaufel in Aktion gebracht.
Verschiebung ist keine große Überraschung
Rathauschef Richard Richter (CSU/PW) informierte das große Kommunalplenum in der jüngsten März-Sitzung, dass die Deutsche Bahn vor wenigen Tagen per E-Mail mitteilte, dass es beim barrierefreien Ausbau des Bahnhofs Bruckmühl zu Verzögerungen komme, „der neu angesetzte Bautermin für 2025 kann voraussichtlich auch nicht mehr gehalten werden. Nach jetzigem Stand wird mit einem Baubeginn im März 2026 und mit der Fertigstellung im Dezember 2026 gerechnet.“ „Das war jetzt aber auch nicht die große Überraschung, oder“, stellte Bürgermeister Richter leicht amüsiert fest. Diese Aussage quittierte die Mehrheit der Kommunalpolitiker mit einem gefrusteten Kopfschütteln oder nachdenklichem Stirnrunzeln.
Im Planungs-Szenario der DB Engineering und Consulting GmbH soll der DB-Haltepunkt Bruckmühl als baulich beste und optimal finanzierbare Variante einen Haus- und Außenbahnsteig erhalten.
Die Kosten in Höhe von damals zugrunde gelegten 6,35 Millionen Euro trägt die Bahn. Von der Marktgemeinde müssen, nach Stand der damaligen Planungen, lediglich die Kosten für eine Rampe als Zuwegung von der Rösnerwiese zum Fahrstuhl geschultert werden. Die Verbindung von der Adalbert-Stifter-Straße zum Bahnhofsgebäude ist über eine drei Meter breite Unterführung geplant. Nach dem Umbau sollte laut DB AG ein 30-Minuten-Takt zwischen Holzkirchen und Rosenheim möglich sein. Soweit die Gedankenspiele – bis jetzt.
Taktverzögerungen mit Augenzwinkern
Mit dem „sicheren“ Versprechen, „wir werden sie seitens der Gemeindeverwaltung natürlich über die jeweiligen Fahrplandaten zum Bahnhofsumbau immer aktuell und zeitnah auf dem Laufenden halten, doch sind Taktverzögerungen oder Fahrplanabweichungen seitens des Bauausführers sicherlich nicht auszuschließen“, schloss der Bürgermeister mit einem Augenzwinkern den Tagesordnungspunkt Nummer 1.1. Einen weiteren Beratungsbedarf durch das Ratsplenum gab es nicht, da der Tagesordnungspunkt unter „Bekanntgaben des Bürgermeisters“ abgehandelt wurde.