Holzham – Zum Jubiläum mit neuem Innenleben: Die Holzhamer Kirche St. Georg, die zum kathrolischen Pfarrverband Heufeld-Weihenlinden gehört, feiert ihr hundertjähriges Bestehen. Am Sonntag, 12. Mai, wird das Jubiläum mit einem Festgottesdienst, zelebriert von Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg, begangen.
Gemeinschaftswerk
der Bürger
Hundert Jahre sind für eine Kirche ein eher kurzer Bestandszeitraum. Was St. Georg jedoch von vielen anderen Gotteshäusern abhebt, sind die Umstände ihrer Entstehung. Sie ist ein Gemeinschaftswerk der Holzhamer Bürger, insbesondere der Bauern, das ausschließlich mit eigenen Mitteln und Kräften und ohne fremde finanzielle Hilfen realisiert wurde.
An Silvester 1922 fassten Johann Neureither, Franz Kogler, Bartl Krapichler und Josef Ostermaier den Entschluss, eine eigene Kirche zu bauen. Der Hauptgrund dafür war, dass der Weg zu den Sonntagsgottesdiensten für viele Gläubige teilweise mit einer über einstündigen Gehzeit verbunden war. Dies war besonders für ältere Menschen sehr beschwerlich.
Der Bau wurde in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit ausgeführt. Die nach dem Ersten Weltkrieg fortschreitende Geldentwertung hatte alle Ersparnisse vernichtet. Das für den Kirchenbau notwendige Baumaterial musste mit mühsam verdienten Bargeldspenden, aber auch in Form von Naturalien wie Bauholzspenden, Grundstücken oder landwirtschaftlichen Produkten erworben werden. Zur Verdeutlichung dieser hochinflationären Epoche sei erwähnt, dass die Baukosten am 1. Februar 1923 vom Münchener Architekten Franz Xaver Böhmel mit 28 Millionen Mark veranschlagt wurden und bei der Fertigstellung im Oktober 1923 unvorstellbare 550 Milliarden Mark betrugen.
Der in barockem Stil geschaffene Altar ist ein Werk des Aiblinger Bildhauers Willi Köglsberger. Alle Bewohner der umliegenden Orte Ober- und Unterholzham, Breitenberg, Hirschberg, Nacken, Voglried, Winterplöck und Ober- und Unterwall halfen beim Aufbau der Kirche mit Handarbeit und Fuhrleistungen mit. Am 11. Mai 1924 wurde die Kirche zu Ehren des heiligen Georg von Kardinal Dr. Michael Faulhaber feierlich geweiht. Der Kardinal sagte dabei die bewegenden Worte: „Das ist eure Kirche!“ Die letzte Kirchenrenovierung fand 1982/1983 statt. Während die Fassade noch gut in Schuss ist, hat der Zahn der Zeit am Innenleben genagt. Rechtzeitig zum Jubiläum wird das kleine Gotteshaus aber in neuem innerem Glanz erstrahlen.
Seit März 2024 laufen die Arbeiten für eine umfangreiche Innenrenovierung. Dabei wurde die Raumschale (Wände und Decken) zunächst komplett gereinigt und danach mit verdünnter Kalkmilch viermal per Hand gestrichen. Die Arbeiten wurden vom Aiblinger Malermeister Christian Stechl ausgeführt. Am Altar arbeitete ein Restaurator noch einige Goldverzierungen nach.
Gesamtkosten
von 50000 Euro
Seitens der Pfarrei kümmern sich Kirchenpfleger Sepp Krapichler und Mesnerin Lotte Stahuber um die Baustelle. Die Gesamtkosten der Innenrenovierung werden Krapichler zufolge rund 50000 Euro betragen und, wie einst schon beim Kirchenbau, ohne fremde finanzielle Hilfen bestritten. „Die Renovierungskosten werden überwiegend durch Spenden aufgebracht, der Restbetrag stammt aus Rücklagen“, erläutert der Kirchenpfleger.
Der Festtag am Sonntag startet um 10.15 Uhr mit einem Zug vom Gemeinschaftshaus zur Kirche. Nach dem Gottesdienst, der um 10.30 Uhr beginnt und vom Männerchor Holzham und der Blaskapelle Bruckmühl umrahmt wird, führt ein Festzug für die weltliche Jubiläumsfeier wieder zum Gemeinschaftshaus.