Bad Feilnbach – In wenigen Tagen feiert die Freiwillige Feuerwehr Litzldorf ihr 150-jähriges Bestehen mit einer großen Festwoche. Zu diesem Anlass blicken die Verantwortlichen rund um Vorsitzendem Thomas Kirchberger und Kommandant Matthias Höfer auf die vergangenen Jahrzehnte zurück: Eine „Geschichte nicht nur von Mut und Opferbereitschaft, sondern auch von Zusammenhalt und Gemeinschaftssinn“, wie die beiden in ihren Grußworten betonen.
Erste Feuerspritze 1871 angeschafft
Der offizielle Geburtstag der Freiwilligen Feuerwehr Litzldorf wird auf den 19. März 1874 datiert, nachdem unter dem „Allerhöchsten Protektorate Seiner Königlichen Hoheit des Prinz-Regenten Luitpold von Bayern“ ein Rundschreiben an alle Gemeindevorsteher und Schullehrer erging. Diese wurden aufgefordert, „bei der Gründung von Feuerwehren der männlichen Einwohnerschaft ihrer Gemeinden an die Hand zu gehen, beziehungsweise die Gründung einer freiwilligen Feuerwehr anzuregen“.
Doch ein Blick in die Ortschronik zeigt, dass bereits 1871 per Gemeindebeschluss eine Feuerspritze angeschafft wurde. Aufzeichnungen aus dieser Zeit existieren keine, sodass nur vermutet werden kann, dass auch bereits davor eine – wie auch immer organisierte – Feuerwehr vorhanden gewesen sein muss. Als erstes Feuerwehrhaus diente das noch heute existente Gebäude an der Aiblinger Straße, schräg gegenüber der Kirche. Wann das schmale Häuschen erbaut wurde, kann nicht mehr genau festgestellt werden.
Im August 1979 wurde dann das neue Feuerwehrhaus an der Aiblinger Straße eingeweiht, in dem die Litzldorfer Feuerwehr noch heute untergebracht ist. Schon damals waren die Bauherren nicht vor der Bürokratie gefeit: Ein Baustopp wegen eines Balkons und eines zu langen Vordachs an der Südseite zwang zu einer monatelangen Untätigkeit am Bau. Mit dem Erweiterungsbau, der nun 2020 fertiggestellt wurde, ist das Gerätehaus den nun geltenden Sicherheitsrichtlinien und -vorschriften angepasst.
Neben der bereits erwähnten Feuerspritze wurde in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg eine DKW-Tragkraftspritze mit Zweitaktmotor auf einem Löschanhänger aus Wehrmachtsbeständen angeschafft, die von einem Traktor gezogen wurde. Dieses Zugfahrzeug nutzte auch der neu aufgebaute Feuerwehranhänger, der im Jahr 1952 präsentiert wurde. Der Anhänger war so konzipiert, dass die Mannschaft mit dem Gerät Platz findet. „Um diese Zeit war das Fahrzeug das modernste einer dörflichen Feuerwehr im Landkreis Bad Aibling und musste mehrmals bei anderen Wehren vorgeführt werden“, beschreibt die Chronik diese Errungenschaft.
Acht Jahre später wurde der Anhänger durch einen gebrauchten und in Eigenleistung ausgebauten VW-Bus ersetzt, der seinen Dienst bis 1973 tat und durch ein Löschfahrzeug LF 8 ersetzt werden – eine neue Ära in der Geschichte der Litzldorfer Wehr. Dieses wurde 1999 durch ein weiteres LF 8 ersetzt, das bis heute im Einsatz ist. Doch auch die Zeiten dieses Fahrzeugs sind bereits gezählt, denn nach einer bereits durchgeführten Fahrzeugbeschaffung erwarten die Helfer noch heuer ein neues Fahrzeug.
In den vergangenen eineinhalb Jahrhunderten rückten die Kameraden zu zahlreichen großen und kleinen Einsätzen aus, die auch in der Chronik verzeichnet sind. Um für die Einsätze vorbereitet zu sein, sind regelmäßige Übungen wichtig – doch die nahmen die Kameraden nicht so ernst wie heute, wie in der Chronik zu lesen ist. So wurde eine „Strafe von 0,30 Mark für Wegbleiben bei Feuerwehr Übungen“ angesetzt, dieser erhöhte sich infolge der Inflation 1920 auf eine Mark, 1922 waren es 5 Mark und bereits ein Jahr später wurde die Strafe auf 200 Mark angehoben.
Auch später war der Übungseifer der Floriansjünger nicht besonders groß, denn „Im Jahre 1950 fanden ordnungsgemäß drei Übungen statt, die allerdings nicht zufriedenstellend besucht waren“, zeichnete der Chronist auf.
Was zum Jubiläum alles geplant ist
Von mangelndem Engagement kann heute keine Rede mehr sein – viele helfende Hände sind notwendig, um für den runden Geburtstag ein großes Festprogramm auf die Beine zu stellen.
Unter Festleiter Korbinian Wallner und Schirmherrn Franz Reiter beginnen die Feierlichkeiten am Mittwoch, 8. Mai, mit einem Bieranstich im Festzelt. „…zum Einsatz fertig!“ heißt es am Donnerstag, 9. Mai (Christi Himmelfahrt): Beim familiären Wettkampftag ist Unterhaltung für Groß und Klein geboten.
Die „Preaner Buam“ und „Schodseitblech“ spielen am Freitag, 10. Mai, beim Bier- und Weinfest auf. Am Sonntag, 12. Mai, feiern die Kameraden mit Vereinen und Feuerwehren ihr Jubiläum beim Festsonntag, ehe am Montag, 13. Mai, die Feierlichkeiten mit einem Kesselfleischessen enden.