Tuntenhausen – Der Bebauungsplan „Moorweg“ Tuntenhausen war erneut ein Thema der jüngsten Sitzung des Gemeinderates. Diesmal jedoch – nach dem eindeutigen Bürgerentscheid –ohne große Diskussionen. Und so beschloss der Rat die Neuaufstellung der zweiten Änderung des Bebauungsplanes „Moorweg“.
Drei Bauvorhaben
vorgestellt
Auf dem „Eder-Gelände“ in Tuntenhausen tut sich etwas. Drei Bauvorhaben wurden innerhalb des Bebauungsplanes zur Entscheidung vorgestellt. Bürgermeister Georg Weigl (CSU/FWG) blickte zu Beginn kurz in die Vergangenheit. „Bisher prägen acht Hallen, fünf weitere Gebäude sowie umfangreiches Freigelände das Areal“, so Weigl. Die Hallen und Gebäude wurden im Laufe der Zeit vielfach baulich verändert, erweitert oder umgenutzt. Im Jahr 2001 kam ein Baumarkt hinzu, 2017 der Edeka-Lebensmittelmarkt. Weigl sagte: „Durch das Erfordernis einer Erweiterung der bestehenden Büroflächen des Stammbetriebes wurde der Neubau eines Büro- und Verwaltungsgebäudes geplant, aber bisher nicht realisiert. Im Jahr 2019 kam dann die Untersuchung eines Nahversorgungskonzeptes für die Gemeinde Tuntenhausen auf den Tisch.“ Eine Beraterfirma habe die Ansiedlung eines Lebensmitteldiscounters zur Weiterentwicklung der Nahversorgung in Tuntenhausen empfohlen. Gespräche mit der Regierung von Oberbayern seien zum selben Ergebnis gekommen.
„Nach Ablehnung des Vorhabens durch den Gemeinderat kam es im Oktober 2023 zu einem Bürgerentscheid, der ein eindeutiges „Ja“ zu einer Verbesserung der Nahversorgung erbrachte. Deshalb soll nun das Firmengelände durch eine umfassende Neuordnung mit Erweiterungen bestehender Nutzungen, Ergänzung weiterer Nutzungen und Umnutzung bestehender Baulichkeiten neu strukturiert werden“, führte Weigl aus. Der Bürgermeister erklärte die drei Planungen. Erstens geht es um den Neubau einer Logistikhalle in der bisherigen Gewerbezone – nördlich – mit Erweiterungsmöglichkeit nach Osten. Zweitens handelt es sich um die Erweiterung des bestehenden Edeka-Lebensmittelmarktes nach Süden und drittens um den zweigeschossigen Neubau eines Discounters im Süden, mit Bankfiliale, Büro und Besprechungsräumen im Obergeschoss.
Sophia Wagner vom Bauamt erläuterte die Vorhaben. Die Firsthöhe der Logistikhalle von 15 Metern ist laut Wagner zwar hoch, aber notwendig, da hier ein Hochregallager entsteht. Beim Lebensmittelmarkt erhöht sich die zulässige Grundfläche beziehungsweise Verkaufsfläche. Zudem kommt eine Zusatznutzung – ein Backshop mit Getränkeausschank – hinzu. Die Erweiterung ist laut Weigl entwicklungsbedingt erforderlich und dient überwiegend der Nahversorgung der Gemeindebürger. Aufgrund der Akzeptanz des bestehenden Marktes sei diese Erweiterung unumgänglich. Laut der Regierung von Oberbayern beläuft sich die Flächenbeschränkung auf 1300 Quadratmeter.
Neubau im
Süden geplant
Beim zweigeschossigen Neubau im Süden bezieht sich die Änderung auf die Festsetzung eines weiteren Sondergebietes (SO3) für einen großflächigen Einzelhandel sowie im Obergeschoss die Verwaltung und Bankfiliale, bei gleichzeitiger Verkleinerung des bisherigen Sondergebietes SO1. Aufgrund eines städtebaulichen Vertrages zur Kostenübernahme mit dem Grundstückseigentümer wurde das Architekturbüro Fuchs und der Landschaftsarchitekt Haas beauftragt, einen Bebauungsplanentwurf zu erstellen.
Die Neuaufstellung der zweiten Änderung des Bebauungsplanes „Moorweg“ wurde beschlossen und der Vorentwurf vom Gemeinderat gebilligt. Die Verwaltung macht den Aufstellungsbeschluss bekannt und beteiligt die Öffentlichkeit. Bei zwei Gegenstimmen stimmte der Rat dem Vorhaben mehrheitlich zu.