Drohnen retten Rehkitze

von Redaktion

Mangfalltal – Jedes Jahr ab Mitte/Ende April bis Mitte Juni suchen tragende Rehgeißen die hohen Wiesen auf, um dort ihre Jungtiere zur Welt zu bringen. Oft fällt die Grasernte für Silo oder Heu auch in diesen Zeitraum und viele Rehkitze werden bei der Mahd verletzt oder sogar getötet.

Verein hilft Jägern
und Landwirten

Hier schreitet der vor einigen Jahren gegründete Verein „Rehkitzrettung Mangfalltal“ vorbeugend ein. Ihm gehören Jäger und Natur-/ Tierschützer aus dem Raum Bad Aibling, Tuntenhausen und Ebersberg an.

Da die jungen Rehe in den ersten Wochen ihres Lebens noch einen ausgeprägten Drückreflex haben, laufen diese nicht vor der drohenden Gefahr weg, sondern pressen sich so fest es geht auf den Boden, um sich so klein wie möglich zu machen, erklärt Miriam Huber von der „Rehkitzrettung Mangfalltal“. Aus diesem Grund helfe der Verein den Jägern und Landwirten, welche gesetzlich dazu verpflichtet sind, Maßnahmen zu treffen, vor dem Mähvorgang die Felder abzusuchen. „Dies geschieht mithilfe von Drohnen, die mit hochwertigen Wärmebildkameras ausgestattet sind, welche Wildtiere im hohen Gras zuverlässig und effizient aufspüren können“, so Huber.

Die Sprecherin des Vereins erklärt, wie solch eine Suche abläuft: „Wichtig ist die frühzeitige Meldung beziehungsweise Ankündigung der Felder, die gemäht werden sollen. Im Idealfall melden sich die Landwirte mindestens 24 Stunden vor Mahdbeginn bei der Rehkitzrettung.“

Danach folge die Flug- und Suchplanung am Boden mithilfe von PC und speziellen Programmen. Die betreffenden Flächen werden an die Piloten übermittelt, die dann im automatischen, lückenlosen Flug mit der Drohne die Felder absuchen. Auffällige Wärmepunkte werden genauer betrachtet und die Koordinaten sodann an den Suchtrupp weitergegeben. Die geschulten, ehrenamtlichen Mitglieder suchen diese daraufhin gezielt ab. Stoßen sie dabei auf Kitze, werden diese gesichert.

„Die Suche mit Drohne und Wärmebildkamera bietet viele Vorteile gegenüber der Suche zu Fuß“, erläutert Miriam Huber. Oft seien die Rehkitze im hohen Gras so gut getarnt, dass man vereinzelte Tiere beim Durchstreifen übersehe, obwohl man fast danebensteht. Auch spiele der Faktor Zeit eine wichtige Rolle: Für einen Hektar benötige ein Mensch zu Fuß circa eine Stunde. Mit der Drohne sei eine Fläche dieser Größenordnung in weniger als drei Minuten abgeflogen.

Bedarf wird
immer größer

Von daher appelliert der Verein „Rehkitzrettung Mangfalltal“ an Landwirte und Jäger im Raum Tuntenhausen, Ostermünchen, Bad Aibling, Bruckmühl und Irschenberg: „Bitte meldet Euch bei Bedarf bei uns.“ Die Ansprechpartner sind Tim Rau und Hermann Palm. Erreichbar sind die Retter unter der E-Mail-Adresse info@rehkitzrettung-mangfalltal.de oder unter Telefon 01520/5445862.

Immer gesucht werden auch Helfer, die den Verein im Pilotenteam oder bei den Suchtrupps am Boden unterstützen. Aufgrund des immer größer werdenden Bedarfs will sich die Rehkitzrettung Mangfalltal zudem noch eine weitere Drohne anschaffen.

Da der Verein gemeinnützig ist, ist er auf Spenden aus der Bevölkerung angewiesen. Weitere Infos dazu finden sich auf der Homepage des Vereins unter: www.rehkitzrettungmangfalltal.de.

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