Jugendliche verbrennen Beichtbriefe

von Redaktion

Beichtgottesdienst vor Feldkirchener Emmauskirche als besonderes Ritual vor Konfirmation

Bruckmühl/Feldkirchen-Westerham – Lagerfeuer, Grillparty und laute Musik im Hof der Emmauskirche? Zwanzig junge Menschen waren zum Beichtgottesdienst eingeladen und verbrannten nacheinander ihre verschlossenen Beichtbriefe, in denen sie Gott alles aufgeschrieben hatten, was sie belastet. Dieses Ritual findet seit Jahren am Vorabend der Konfirmation statt. Pfarrer Samuel Fischer und Pfarrer Andreas Strauß hatten mit geschulten Helfern die Jungen und Mädchen im Konfirmandenunterricht ein Jahr lang auf diesen Tag vorbereitet.

Dieser besondere Beichtgottesdienst mit Lesung, Gebeten und Predigt wurde unter geistlicher Anleitung von den Jugendlichen weitgehend selbst gestaltet. Die fünfköpfige Band „Jamit“ aus Burghausen begann zur Einstimmung mit flotter Musik in jugendlicher Lautstärke, begleitete aber auch leise und sensibel vokal und instrumental die liturgischen Handlungen.

Nachdem der letzte Beichtbrief in Flammen aufgegangen war, sprach Pfarrer Strauß den Jugendlichen kraft seines Amtes die Vergebung ihrer Sünden zu und reichte jedem Hostie und Saft (anstelle von Wein); das Abendmahl wurde allen anderen Anwesenden zum Platz gebracht. Vier Konfirmanden sprachen die Fürbitten, bevor Pfarrer Strauß allen den Schlusssegen gab. Dieser Beichtzeremonie folgten ein oder zwei Tage später die beiden Konfirmationsgottesdienste mit Tauferinnerung, Glaubensbekenntnis, Konfirmationsversprechen und Einsegnung auf unterschiedliche Weise.

Für die jungen Menschen in Feldkirchen-Westerham wurde dieser Gottesdienst in „Stationen“ durchgeführt. Jeder durchlief dabei einzeln die liebevoll aufgebauten Stationen zu biblischen Inhalten, begleitet von seinen Angehörigen und Teamern (junge Christen, die die Jugendlichen das Jahr über fachlich begleitet hatten) und jeweils fachlich geführt von einem Angehörigen des Kirchenvorstandes.

In den ersten beiden Stationen setzten sich die Jugendlichen aktiv mit den Themen Konfirmationsspruch, „Unterwegs im Auftrag Jesu“, auseinander. In einer weiteren Station erfolgte die Zeremonie mit Tauferinnerung, Konfirmationsfrage, Gebet und Segen durch die Geistlichen, Pfarrer Samuel Fischer und Pfarrer Andreas Strauß. Danach wurde der Zuspruch des Konfirmationsspruches erteilt, die Urkunde überreicht und die Konfirmationskerze entzündet. Dank und gemeinsames Gebet beendeten diese besondere Form der Konfirmation. Musikalisch begleitet wurde dieser Gottesdienst von Elke Gross (Querflöte), den liturgischen Part unterstützten vom Kirchenvorstand Dr. Monika Strobelt, Isabel Kriner, Birgitta Hamberger und Mathias Fritzsche. In der bis auf den letzten Platz gefüllten Johanneskirche schließlich erfolgte die Konfirmation der Jugendlichen aus Bruckmühl in der Gruppe. Die beiden Geistlichen, Pfarrer Fischer und Pfarrer Strauß, folgten hier dem vertrauten Ablauf unter Einbeziehung der Jugendlichen und von Vertretern des Kirchenvorstandes (Dr. Monika Strobelt und Mathias Fritzsche), ebenfalls mit Tauferinnerung, Glaubensbekenntnis, Konfirmationsversprechen, Einsegnung und Entzündung der Kerzen sowie Dank, Fürbitten, Vaterunser und Schlusssegen. Musikalisch gestaltet wurde dieser Gottesdienst einfühlsam und schwungvoll von der Formation Gospel ’n‘ Moor unter Leitung von Bettina Fischer und von Dr. Ines Gnettner an der Orgel.

Welche der beiden sehr unterschiedlichen Zeremonien für den einzelnen Jugendlichen in Frage kommt, wurde mit ihnen im Vorfeld besprochen und oblag deren freier Entscheidung. Nun sind die jungen Menschen „erwachsener Teil“ einer großen lebendigen Gemeinde mit allen Rechten und Pflichten. Sie dürfen erstmals an der Kirchenvorstandswahl teilnehmen und, nachdem sie das 18. Lebensjahr vollendet haben, auch selbst kandidieren. kig

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