„Das ist Wahnsinn“ – Fassungslosigkeit über teure Umbaumaßnahmen

von Redaktion

Ganztagsbetreuung in Bad Feilnbach klares Ziel – Kosten sorgen im Gemeinderat für Kopfschütteln – Entscheidung vertagt

Bad Feilnbach – Ab 2026 haben Eltern von Schulkindern einen Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung. Die Gemeinden müssen dafür geeignete Räumlichkeiten für Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung zur Verfügung stellen. In Bad Feilnbach scheint mit einer kleinen Umbaumaßnahme an der Leo-von-Welden-Schule eine gute Lösung gefunden, doch die Kosten dafür sorgten in der jüngsten Gemeinderatssitzung für Kopfschütteln.

Die Ganztagesbetreuung, die ab 2026 stufenweise eingeführt wird, stellte die Gemeinde Bad Feilnbach vor die Herausforderung, Räume für die Mittagsverpflegung und die Hausaufgabenbetreuung zu schaffen. Im Gespräch waren bereits ein eigenes Gebäude auf dem Gelände der Schule sowie die Nutzung des Heimgartensaals. Die erste Variante schied aus Kostengründen aus, die Nutzung des Heimgartensaals war aus verschiedenen Gründen nicht optimal. „Die Räumlichkeiten können nicht kindgerecht gestaltet werden, dazu gibt es die Problematik mit Reinigung und Doppelnutzung von Vereinen, auch der Mietpreis ist zu hoch“, so die Begründung in der Sitzungsvorlage.

Nun scheint mit dem Umbau von zwei Räumen im Untergeschoss der Schule eine Lösung gefunden zu sein. Ein Durchbruch soll das bestehende Schüler-Café und die Bücherei miteinander verbinden, um so einen Speiseraum und eine Essensausgabe entstehen zu lassen. 50 Kinder können dort mit Essen versorgt werden. Die Bücherei der Schule wird aufgelöst und eine Kooperation mit der nahe- gelegenen Bücherei Bad Feilnbach angestrebt.

Doch die Kosten für das geplante Vorhaben stießen beim Gemeinderat auf Unverständnis, denn der Durchbruch soll fast 35000 Euro kosten, für die Einrichtung kämen nochmals gut 130000 Euro dazu. „Das ist Wahnsinn“, zeigte sich Sepp Rauscher (CSU) über die Kosten entsetzt. Sein Fraktionskollege Georg Stadler verlangte vor einer Abstimmung eine genaue Auflistung über die Inhalte des Angebots. Dr. Balthasar Spann (CSU) plädierte dafür, dass die Abstimmung zurückgestellt und alle offenen Fragen geklärt werden sollen. Er wünschte außerdem, dass bei der Abstimmung über dieses Thema jemand da ist, „der sich auskennt und Fragen beantworten kann.“

Marinus Moser (ÜW) hinterfragte, ob man für ein Loch in der Wand und das Aufstellen von Möbeln überhaupt einen Planer brauche. Sieglinde Angermaier (Grüne) bezweifelte, dass in den genannten Summen die Kosten für den Planer schon enthalten seien. Sie beantragte außerdem, vorher für beide Schulen entsprechende Fördermittel zu beantragen, bevor diese ausgeschöpft seien. Rauscher hakte überdies nach, welches Konzept bei der Mittagsverpflegung bestehe. Er befürchtete Ausgaben für Geräte, wie etwa einen Dampfgarer, der am Ende gar nicht zum Einsatz komme. „Nicht dass wir Geräte kaufen, die wir dann gar nicht brauchen“, so der Zweite Bürgermeister.

Bürgermeister Max Singer versicherte, dass die Planungen mit der Schule abgestimmt seien. Nachdem die Fragen in der Sitzung nicht geklärt werden konnten, musste der Tagesordnungspunkt schlussendlich ohne Abstimmung abgesetzt werden und wird erneut bei der nächsten Gemeinderatssitzung am morgigen Donnerstag, 16. Mai, auf der Tagesordnung stehen. kok

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