So individuell der Weg des „Bücher Johann“ zur akuten Rettung des kleinen Ladens war, so exemplarisch zeigt sich an diesem Beispiel die Ausgangssituation. Wie viele Geschäfte gibt es hier in Bad Aibling, die das besondere, das liebens- und lebenswerte Flair dieser Stadt ausmachen. Auch wenn nicht jeder Gewerbetreibende am Limit um seine Existenz kämpft und viele zum Glück auf ihre Stammkundschaft zählen können: Leicht tun sich in Zeiten der Krisen, der Kaufzurückhaltung und angesichts der oft übergroßen Konkurrenz durch Ketten und Konzerne die wenigsten. Und doch nimmt man sie – oft unbewusst – als selbstverständlich. Ist froh, dass es sie gibt, die liebevoll dekorierten Schaufenster, die persönliche Beratung, das Bemühen um Kundenzufriedenheit, die Qualität von Angebot und Service, Arbeitsplätze am Ort. Weiß, dass man all das vermissen würde, wenn es das nicht mehr gäbe. Doch wie oft siegt die Bequemlichkeit, von der Couch oder von unterwegs aus „mal schnell“ über die gängigen großen Unternehmen zu bestellen? Dabei muss man häufig gar nicht mal vor die Tür, um lokal einzukaufen. Viele Einzelhändler bieten ihre Ware heute ebenfalls online an. Im Preis macht das oft keinen oder keinen großen Unterschied. Was aber einen Unterschied macht, ist, ob es diese Geschäfte weiterhin gibt oder ob sie eins nach dem anderen den zahllosen austauschbaren Anbietern beliebiger Ware weichen oder leer stehen. Jeder von uns kann dazu beitragen, dass es dazu nicht kommen muss. Bequemlichkeit zu überwinden ist ein leistbarer Preis. Doch der macht am Ende den Unterschied.