Lampferding – Bislang waren bei uns Blackouts und Überlebenstraining kaum vorstellbar. Doch Pandemie und die aktuellen Kriege zeigen ein anderes Bild. Gut, dass es unter dem Motto „Wissen macht den Unterschied“ auf der ehemaligen Raketenstation bei Lampferding wieder einen Selbsthilfekurs für die Bevölkerung gab. Dort hat das Medizinische Katastrophen-Hilfswerk Deutschland (MHW), Teil des Bevölkerungsschutzes im Freistaat Bayern, seinen Sitz. Dieses bot kostenlos Selbsthilfekurse an. „Um Panik und Angst im Ernstfall vorzubeugen, lernen die Leute hier geeignete Vorbeugungsmaßnahmen“, so Matthias Fischer von der Pressestelle des MHW. Seit Jahren schon vertritt der Präsident des MHW, Robert Schmitt, die Meinung, dass man die nächste Katastrophe nicht verhindern kann, wir uns aber darauf besser vorbereiten können. Er stellte den über 100 Teilnehmern aus ganz Bayern zuerst das Gelände der ehemaligen Flugabwehrstation vor. Mit eindringlichen Worten schilderte der Präsident dann die gewandelte Lage in Deutschland und der Welt. In den Kursen wolle man deshalb den Menschen die Angst nehmen, denn wenn man zusammensteht, kann man alles erreichen. „Klimawandel und Krieg haben uns einfach überrollt“, meinte Schmitt, für den die Bevölkerung einfach resilienter werden muss. Er zeigte dies am Beispiel Japan auf, wo Kinder bereits im Kindergarten darauf vorbereitet werden.
Qualifizierte Ausbilder zeigten von 9 bis 16 Uhr an sieben Stationen das richtige Verhalten in unterschiedlichsten Notsituationen. Das begann beim Verhalten bei Bränden im eigenen Heim und beim Überleben im Brandfall und setzte sich mit der „speziellen Krisenvorsorge“ fort. Dieser Teil wurde gänzlich neu konzipiert und beinhaltet Blackout, Stromausfall, Wärmeerhalt und Notfallgepäck. Auch die Behelfstrinkwassergewinnung wurde an einer Station gezeigt, ebenso das Kochen ohne Strom. Überall sah man interessierte Gesichter und die Teilnehmer waren mit Begeisterung dabei. Viele von ihnen kamen auch von weit her angereist, unter anderem aus Dillingen an der Donau, Ludwigsburg, Rottal am Inn und sogar aus Oldenburg und Österreich. Alle waren sie angetan von den sieben Stunden in Lampferding.
Robert Schmitt kam seinem Ziel, die Bevölkerung resilienter zu machen, einen kleinen Schritt näher. Am Donnerstag, 12. Oktober, findet ein weiterer Kurs statt. Eine Anmeldung ist im Internet unter www.mhw-deutschland.de/akademie/ kurse möglich.