Holzham – Die Innenrenovierung der Kirche St. Georg in Holzham wurde rechtzeitig zum 100-jährigen Bestehen des Gotteshauses abgeschlossen. Nunmehr wurde das Jubiläum kirchlich und weltlich gebührend gefeiert. Nach dem Kirchenzug vom Gemeinschaftshaus bildete ein Pontifikalgottesdienst den Auftakt. Er wurde vom Weihbischof für die Seelsorgsregion Süd der Erzdiözese München und Freising, Rupert Graf zu Stolberg, in Konzelebration mit Pfarrer Augustin Butacu gefeiert.
„Es war eine große Herausforderung“
„Es war eine große Herausforderung, eine Kirche in der damaligen Zeit des Umbruchs zu errichten, die unserer heutigen Zeit nicht unähnlich ist“, erklärte der kirchliche Würdenträger in seiner Predigt. Umso wichtiger sei es, sich darauf zu besinnen, was die Erbauerväter seinerzeit angetrieben hat. „Sie haben nach Tradition gehandelt, aber mit Blick voraus. Wer in Gott verwurzelt bleibt, kann das Gute in der Vergangenheit erkennen und es in die Zukunft mitnehmen“, konstatierte er und führte weiter aus: „Die Botschaft Gottes lebt in unserer Mitte und ist keine Museumsbotschaft.“
Freude über den Bischofsbesuch
Kirchenpfleger Sepp Krapichler stellte fest: „Es kommt selten vor, dass ein so hoher Kirchenvertreter zu uns nach Holzham kommt.“ Er dankte allen, die bei der Gestaltung des Gottesdienstes mitgewirkt haben. Der elfjährige Xaver Kirchberger übergab dem Bischof einen Bildband über das Mangfalltal.
Nach dem gemeinsam gesungenen „Großer Gott, wir loben dich“ spendete der Weihbischof den Segen Gottes an die Kirchenbesucher, darunter auch das Bürgermeister-Stellvertreter-Duo Klaus Christoph und Anna Wallner. Musikalisch würdevoll gestaltet wurde der Gottesdienst vom verstärkten Holzhamer Männerchor unter der Leitung von Josef Stahuber und der Orgelbegleitung von Peter Weigl mit der gefühlvoll gesungenen „Bauernmesse“ von Annette Thoma.
Nach dem Festgottesdienst formierte sich ein stattlicher Festzug durch das Dorf hinunter zum Gemeinschaftshaus. Angeführt von der Holzhamer Musi nahmen neben den Festgästen auch die Fahnenabordnungen der „Glonntaler Schützen“, der Feuerwehr (beide Holzham), des Trachtenvereins „d’Haunpoldler“ und der Krieger- und Soldatenkameradschaft (beide Kirchdorf) sowie die Holzhamer Kinder und Jugendlichen teil.
Zu Beginn der weltlichen Feier überbrachte Bruckmühls Zweiter Bürgermeister Klaus Christoph die Glückwünsche der Marktgemeinde. Mit Blick auf die Entstehungsgeschichte der Kirche würdigte er: „Die Bürger haben damals gezeigt, was man mit Gemeinsamkeit alles erreichen kann.“
Marktgemeinde gratuliert von Herzen
Altbürgermeister Franz Xaver Heinritzi wies mit dem Zitat von Johann Heinrich Pestalozzi „Wo kämen wir denn hin, wenn alle nur sagen würden ‚wo kämen wir denn hin‘ und niemand ginge, um zu sehen wohin man geht“ auf den seinerzeitigen Gemeinsinn der Kirchenerbauer hin, der auch für die heutigen Holzhamer Bürger gelte.
Für die „Glonntaler Schützen“ und für den Burschen- und Dirndlverein gratulierten Corinna Putz und Martin Niedermair. Die Glückwünsche des Pfarrverbands Heufeld-Weihenlinden übermittelten der Kirchdorfer Kirchenpfleger Anton Hell und Verwaltungsleiterin Katharina Rottmayr-Czerny, die zudem das Engagement von Sepp Krapichler, der Kirchenverwaltung und des Pfarrgemeinderates hervorhoben. Sepp Krapichler stellte den Besuchern die soeben erschienene Chronik zum 100-jährigen Kirchenjubiläum vor und las daraus einige Passagen zur Planungs- und Bauphase. „Je kleiner eine Gemeinschaft ist, desto mehr hält sie zusammen und dieser Zusammenhalt ist in Holzham zu spüren“, unterstrich Pfarrer Augustin Butacu in seiner kurzen Ansprache und ergänzte: „Das ist ein sehr schönes Gefühl.“
Abgerundet wurde die Veranstaltung mit der Präsentation von Bildern aus dem Kirchengeschehen. Anzumerken ist noch, dass bei der gelungenen Renovierung und dem glanzvollen Jubiläum möglicherweise auch der heilige Georg als Kirchenpatron seine Hände mit im Spiel hatte: Er zählt nämlich zu den vierzehn Nothelfern.