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von Redaktion

Ein Mann der Taten – Unternehmer Ruppert Fritzmeier stirbt im Alter von 91 Jahren

Helfendorf/Bruckmühl – Die Gemeinde Aying trauert um ihren Ehrenbürger Ruppert Fritzmeier. Er hat nach einem langen, arbeitsreichen und erfüllten Leben seine Augen für immer geschlossen. Der 91-Jährige ist in Helfendorf verstorben. Ruppert Fritzmeier war stets ein Mensch der Taten. Darüber machte er aber kaum Aufhebens. Wenngleich sich der Unternehmer große Verdienste erworben hat.

Ski für Rosi
Mittermaier

Beim Namen Fritzmeier fällt natürlich zuerst einmal das weltweit tätige Familienunternehmen ein, das unter anderem ein Werk in Hinrichssegen hat. Bis zuletzt hat Ruppert Fritzmeier als Seniorchef das Geschehen der Firma begleitet. Seit 1962 führte er die Geschäfte und war ein wichtiger Teil der bayerischen Wirtschaft. In seiner Zeit als Firmenchef wurde das Unternehmen zum führenden Hersteller von Überrollbügeln, Schlepperverdecken und -kabinen für Traktoren.

1975 entwickelte und fertigte Fritzmeier den ersten Kunststoffski für Rosi Mittermaier. Ayings Bürgermeister Peter Wagner (CSU) betont, dass der Verstorbene „einen wesentlichen Anteil an der Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen, gerade für die ortsansässige Bevölkerung“ hatte. „Ja, er hat über Generationen den Bürgern aus Helfendorf Arbeit gegeben und diese auch gefördert. Den Frauen in unserer Gemeinde hat er es ermöglicht, in Teilzeit zu arbeiten, was in der früheren Zeit keine Selbstverständlichkeit war.“

Doch schlug das Herz Fritzmeiers nicht nur für das Unternehmen und die Familie. Nein, ihm war es auch immer wichtig, Verantwortung zu übernehmen. 36 Jahre Mitgliedschaft im Gemeinderat geben ein beredtes Zeugnis davon. Fritzmeier war Mitgründer des Helfendorfer Sportvereins und stand ihm 40 Jahre vor. Er hatte die Ehrenmitgliedschaft und war Ehrenvorsitzender. Ein offenes Geheimnis ist es, dass er dem hiesigen Trachtenverein sehr zugetan war. Über sechs Jahrzehnte Vereinstreue zeigen das. „Wir haben dem Ruppert viel zu verdanken“, betont Vereinschef Max Demmel. „Ihm lag narrisch viel an unserem Verein, und er unterstützte uns in vielerlei Hinsicht. Ganz wichtig war ihm unsere Jugendarbeit, wo wir immer auf seine Unterstützung bauen konnten.“

Dabei gab es von Fritzmeier in aller Bescheidenheit auch Ratschläge, die durchaus gehört und umgesetzt wurden. Und er zeigte Einsatz. Ex-Trachtenchef Karl Hörterer erinnert an eine Krise im Verein in den 1960er-Jahren, wo es mit dem Nachwuchs mau ausschaute. Fritzmeier habe da den älteren Mitgliedern ins Gewissen geredet und auch die Werbetrommel gerührt. Sein Bemühen trug zum Fortbestand wesentlich bei. „1965 hatten wir 40 Neuaufnahmen. Von da an ging’s aufwärts“, so Hörterer.

Auch die Helfendorfer Feuerwehr profitierte stets von ihrem Gönner Fritzmeier und seiner Familie. Vereinsvorsitzender Hans-Peter Huber merkt an, „dass er immer für die Feuerwehr da war“.

Von der Gründung der Parteiunabhängigen Wählergemeinschaft Helfendorf (PWH) im Jahr 1978 an war Ruppert Fritzmeier bis 2002 Vorsitzender der Gruppierung. Altbürgermeister Hans Eichler (PWH): „In seiner Amtszeit hat er es stets geschafft, zahlreiche Menschen für die Kommunalpolitik zu begeistern. Somit konnte die PWH immer aus einem großen Fundus von jungen Menschen, aber auch Menschen mit Lebenserfahrungen in zahlreichen Berufen schöpfen und schließlich als Gemeinderäte platzieren.“

Ruppert Fritzmeier engagierte sich auch für die Schutzgemeinschaft Hofoldinger Forst, um die Ansiedlung des Großflughafens zu verhindern. Er stellte Räumlichkeiten und Gelder für die Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung.

Ruppert Fritzmeier hat für sein Engagement zum Gemeinwohl der Bürger, Gemeinde, Tradition und des Handwerks mehrfach Auszeichnungen erhalten. So war er beispielsweise Träger des Verdienstkreuzes I. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. 2007 hat Fritzmeier zudem die Ehrenbürgerwürde erhalten. Altbürgermeister Eichler begründete das damals mit folgenden Worten: „Ruppert Fritzmeier hat sich um den Ruf und das Ansehen der Gemeinde Aying auch weit über deren Grenzen hinaus verdient gemacht.“

Immer bodenständig
und heimatverbunden

Heute sagt Peter Wagner: „Ruppert blieb immer bodenständig und hatte seine Heimat immer im Herzen. Die Gemeinde verliert mit ihm eine große Persönlichkeit.“

Das Seelenamt wird für den Verstorbenen morgen, Freitag, um 10 Uhr in der Marterkapelle in Kleinhelfendorf zelebriert. Anschließend findet die Beisetzung statt.

Anstelle von freundlich zugedachten Kränzen oder Blumen wird um eine Spende für den Verein „lebensmut e.V.“ gebeten. Der Verein unterstützt und fördert psycho-onkologische Strukturen am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München.

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