Stacheder liest zum Jahrtagder Bücherverbrennung

von Redaktion

Schauspieler zitiert Erich Kästner zu den Geschehnissen 1933

Bad Aibling – „Es ist Krieg und ich begehre, nicht schuld daran zu sein. Ab heute werde ich wichtige Einzelheiten in meinem blauen Buch festhalten“, konstatiert Erich Kästner, beziehungsweise Michael Stacheder, zu Beginn der Veranstaltung, die vom Verein für Mut und Courage im evangelischen Gemeindesaal ausgerichtet wurde.

Eingangs begrüßte die Vorsitzende des Vereins, Irene Durukan, die Besucher und gab Hinweise darauf, wie man sich beim Beobachten einer gewalttätigen Auseinandersetzung verhalten solle. Dazu habe der Verein Informationsbroschüren und kleine, mit Empfehlungen gedruckte Kärtchen herausgegeben.

Der Gast, Schauspieler und Regisseur Michael Stacheder, leitete über zu den dramatischen Geschehnissen des 10. Mai 1933, als die Nationalsozialisten auf dem Opernplatz in Berlin Bücher unliebsamer Autoren, vielfach jüdischer Schriftsteller, aber auch nichtjüdischer, anzündeten. Das geistige Gut Deutschlands ging in Flammen auf, und Erich Kästner schaute betroffen zu. Auch seine Bücher waren dabei. Sein Buch
„Fabian“ wurde, obwohl der Verlag den Autor Kästner bereits um Entschärfung einiger anstößiger Stellen gebeten hatte, als unmoralisch empfunden.

Kästner blieb während der gesamten Zeit des Dritten Reiches in Deutschland, weil er glaubte, die Berühmtheit seiner Kinderbücher schütze ihn. Stacheder gestaltete seinen Vortrag im Wesentlichen mit den Worten Fabians, die sich mit der Gesinnung Kästners deckten. Bitterkeit und Ironie liegen in allen Aussagen, die Verzweiflung über die Unmenschlichkeit des Regimes herrscht allerorten. Kästner/Fabian: „Man darf nicht warten, bis aus dem Schneeball eine Lawine geworden ist, einen Schneeball kann man noch zertreten.“

Das Publikum blieb nicht unberührt von dem Vortrag, denn es schlossen sich unzählige Fragen an.

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