Klassentreffen der Raritäten

von Redaktion

Dirndl- und Burschenverein lädt zum Schnauferltreffen nach Dettendorf

Dettendorf – Wer kennt sie noch, die motorisierten Klassiker auf zwei Rädern, die in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts zwischen Petticoat, Elvis-Locken und Minirock-Ära ihre Hochkonjunktur hatten? Eine faszinierende Renaissance erlebten Raritäten wie Zündapp, Quickli, Puch, Vespa, Honda und Simson sowie andere Schnauferl-Klassiker wie Motorräder der Marken NSU, BMW oder DKW bei einem gigantischen Zusammentreffen in Dettendorf in der Gemeinde Bad Feilnbach. Eingeladen hatte der Dirndl- und Burschenverein Dettendorf zu einem besonderen Höhepunkt anlässlich seines 22-jährigen Gründungsjubiläums.

270 Zweiräder
und 40 Fahrzeuge

Gleichermaßen überrascht und begeistert blickten die beiden Vorsitzenden Lena Singer und Marinus Berger auf die massenhaft einfahrenden Teilnehmer des Zweiradklassentreffens vor dem Festzelt. Alle Hände voll zu tun hatte insbesondere die Dirndlschaft mit dem Ausfüllen von Listen und Zetteln, mit denen Eigentümer und Sammler ihre aufpolierten Nostalgiker mit wichtigen Daten wie Eigentümer, Fabrikat, Typ und Baujahr der Öffentlichkeit präsentierten.

Das Aufgebot an historischen Fahrzeugen ergänzten Mitglieder von den Oldtimerfreunden Au-Kematen-Dettendorf mit legendären Bulldogs und Autos auf einer separaten Ausstellungsfläche. Nach vorläufigen Schätzungen entpuppten sich gut 270 Schmuckstücke auf zwei Rädern und etwa 40 motorisierte Typen auf vier Rädern als magnetisch wirkende Hingucker.

Ein paar davon gehören Erhard Pohl, Vorsitzender der Oldtimerfreunde Miesbach, der seine sechs Bulldogs und Motorräder, darunter eine „DKW 250 Sport“ aus dem Jahre 1934 sowie zwei Mofas zur Schau stellte. Rupert Pfeiffer gönnte seiner „Zündapp Kombinette“, Baujahr 1972, eine Ausfahrt von Bad Feilnbach nach Dettendorf. Der ganze Stolz des Ginshamers Stefan Oswald ist seine, im Original sehr gut erhaltene und nach eigenen Angaben zufolge sehr sparsame, „NSU Quickli“ aus dem Jahre 1956.

Viele Aussteller historischer Zweiräder, die unter anderem mit Zwei-Takt-Gemischen betrieben werden, verbindet eine lange Tradition, die auch vor der jüngeren Generation nicht Halt macht. So auch bei Bruno Seidel aus Reischenhart, der sich auf einer „NSU Quickli N“ aus dem Jahre 1954 gemeinsam mit seiner Tochter Katharina auf einer „Simson S51B“, Baujahr 1984, einen sommerlichen Ausflug gönnte. Die Brüder Franz und Andreas Schaber kamen mit ihren 200 Kubikzentimeter starken Zündapp-Motorrädern (Baujahr 1951 und 1954) sogar aus Edling bei Rott am Inn. Zufrieden waren die Teilnehmer nicht nur von den ausgestellten Exponaten und dem standesgemäßen Fachsimpeln auf dem Gelände, sondern auch vom kulinarischen Angebot. Die Köstlichkeiten im Zelt würzte die Blaskapelle „SchodseitBlech“ mit traditionellen und modernen Rhythmen.

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