Bad Feilnbach – Weit über 800 Tage dauert der Krieg in der Ukraine schon. Schreckensmeldungen spiegeln Bilder von zerstörter Infrastruktur, kaputten Dörfern und Städten. Vor allem in den östlichen Regionen, wie etwa in Charkiw, leidet die Bevölkerung sehr.
Über die Situation an den umkämpften Fronten berichtete Ljudmila Yegorowa, die mit einer Delegation des Katastrophenschutzes Freunde und Landsleute besuchte, die seit Kriegsausbruch in Bad Feilnbach eine neue Heimat gefunden haben. Die Leiterin des Katastrophenschutzes von Tscherkassy und Diplomatin an der Front dankte Bürgermeister Max Singer, den führenden Vertretern der „Ukrainehilfe Bad Feilnbach“ sowie Christian Otto aus Bad Aibling für die bisherigen Spenden.
Im Anschluss ihres Besuchs führte die Reise, mit zahlreichen Hilfsgütern im Gepäck, zurück in ihre Heimat. Kommunikative Unterstützung leistete als Dolmetscherin Olena Tanasevych. Spenden und Hilfsgüter, darunter medizinische Ausrüstungsgegenstände, die Bad Feilnbachs Mediziner Dr. Daniel Darga organisierte, Bekleidung und notwendigste Güter wie Lebensmittel, Hygieneartikel, Windeln kommen direkt betroffenen Menschen und Soldaten an der Front zugute, so Ljudmila Yegorowa.
In Folge des Krieges sei der Katastrophenschutz zur besten Einheit in Europa herangewachsen, um menschliches Leben aus Trümmern zu bergen und zu retten. Die unter schwierigen und gefährlichen Bedingungen tätigen Männer seien wahre Helden ohne Waffen, so die Diplomatin. Eine wertvolle und unverzichtbare humanitäre Hilfe leisten inzwischen einige internationale Organisationen, wie „Unity of the World“. Angesichts der Bedrohungen und Angriffe von russischer Seite erhalten ukrainische Kinder an ihren Schulen inzwischen Unterricht in Sachen Sicherheit. Die jüngsten Mitmenschen erleben, begleitet von täglichen Alarmsirenen und Explosionen sowie Aufenthalten in Bunkern, eine gestohlene Kindheit. Dank der Hilfe aus Bad Feilnbach ist in Tscherkassy ein Reha-Zentrum für verletzte und traumatisierte Soldaten entstanden.
Viele Bürger in der Gemeinde Bad Feilnbach zeigen eine große Spendenbereitschaft. Diese gilt es nach wie vor aufrechtzuerhalten, war der Wunsch von Olena Tanasevych. Christian Otto, der sich mit Hilfsgütern auf den Weg nach Tscherkassy machte, versicherte, die Lieferung persönlich vor Ort zu übergeben. Allerdings gebe es vermehrt Probleme und Schwierigkeiten, wie etwa strengere Grenzkontrollen, um in die betroffenen Regionen zu gelangen. Vor allem habe die Bürokratie deutlich zugenommen, um der nach wie vor bestehenden Korruption in der Ukraine entgegenzusteuern.
Wie Christian Otto und die Anwesenden weiter feststellten, habe die Bereitschaft, die Ukraine mit Spenden und Hilfsgütern zu unterstützen, deutlich abgenommen und liege derzeit bei 28 Prozent.
Wie Bürgermeister Max Singer betonte, sei es angesichts der vielen aktuellen Ereignisse über terroristische und kriegerische Auseinandersetzungen im Nahen Osten und weltweit wichtig, den Krieg in der Ukraine nicht in den Hintergrund treten zu lassen. Die aktuelle Situation sei äußerst komplex und erfordere weiterhin Hilfe im Kleinen und den Zusammenhalt. Es gehe um einfache Menschen, insbesondere um Kinder, die unter dem Krieg und seinen Folgen leiden müssen, so der Rathauschef. pes