Feldkirchen-Westerham – Die Wettervorhersagen für den Zeitraum zwischen 22. und 27. Mai, die sich nahezu täglich – mal mehr, mal weniger – voneinander unterscheiden, hat Thomas Feldschmidt aus Höhenrain zwar seit Wochen im Blick. Abseits der Wetterfrage macht der 24-Jährige aber einen recht entspannten Eindruck. Und das, obwohl er in wenigen Tagen rund 4000 Gäste empfangen will.
Oder besser gesagt der Burschenverein Höhenrain, dessen Vorsitzender Feldschmidt ist. Und der ab Mittwoch erstmals zu einem Burschenfest lädt. „Ich spüre eher Vorfreude als Angst, dass etwas nicht klappen könnte“, gewährt der 24-Jährige Einblicke in seine Gefühlswelt. Was sicherlich auch damit zusammenhängt, dass er nicht nur auf den Einsatz zahlreicher Burschen und Dirndl, sondern auf das Engagement vieler Dorfbewohner zählen kann.
„Als ich 2020 das Amt des Vorstands übernommen habe, kam erstmals die Idee auf, ein eigenes Burschenfest auf die Beine zu stellen“, erinnert sich Feldschmidt zurück. Nur wenig später gingen die Burschen in die Planungsphase fürs Fest, das im Jahr 2022 steigen sollte, wurden dann aber vom Coronavirus ausgebremst. „Wir haben dann im kleinen Rahmen unsere neue Vereinsfahne geweiht, das große Fest auf 2024 geschoben“, so der Vorsitzende des seit 92 Jahren bestehenden Vereins, der aktuell 78 Mitglieder hat, weiter.
Für die maßgebliche Organisation der vier Festtage zwischen 22. und 27. Mai hatte sich ein Festausschuss gebildet, zu dem neben zehn Burschen auch zwei Dirndln gehören. „Wir werden ja tatkräftig von den Dirndln unterstützt“, sagt Feldschmidt. „Wir können die ja nicht nur hinter der Bar schuften lassen, sondern dann müssen sie auch mitsprechen können.“
Die zwölf Mitglieder des Festausschusses sind allerdings nur ein kleiner Teil dessen, was hinter den Kulissen für ein gelungenes Fest im Einsatz ist. Zwischen 120 und 140 Personen sind nach Angaben des Burschenverein-Vorsitzenden aktiv. „Bei so etwas, hilft man bei uns im ganzen Dorf zusammen“, lobt Feldschmidt das große Wir-Gefühl der Höhenrainer. Zumal „wir in Höhenrain ja sehr festgeübt sind“, wie der 24-Jährige mit einem Augenzwinkern betont. Insgesamt rechnen die Burschen an den vier Festtagen mit rund 4000 Besuchern, am Festsonntag geht der Verein davon aus, dass alleine rund 2000 Gäste in den Feldkirchen-Westerhamer Gemeindeteil kommen.
Derzeit gehen die Vorbereitungen für das Premierenfest, für das Feldkirchen-Westerhams Bürgermeister Johannes Zistl die Schirmherrschaft übernommen hat, in die heiße Phase. So haben die Burschen am Donnerstag, 16. Mai, das Festzelt am Festplatz aufgestellt. Dass es dort während der Festlichkeiten Ärger mit Anwohnern wegen möglicher Lärmbelästigungen geben könnte, wie es 2023 die Organisatoren des Jubiläumsfestes der Höhenrainer Musi und des Trachtenvereins Alpengrün befürchtet hatten, glaubt der 24-Jährige nicht. Zumal er im Vorfeld „mit einigen Anwohnern persönlich gesprochen“ hat und sich als „sehr diplomatischer Mensch“ bezeichnet.
So ist es letztlich eigentlich nur der Blick auf die Wetterkarte, die Thomas Feldschmidt hin und wieder etwas unruhiger macht. Glaubt man dem Wetterportal wetter.com, dann sieht es für die Festtage recht positiv aus. Soll es am Eröffnungstag, 22. Mai, bei Tageshöchsttemperaturen von 22 Grad noch leicht regnen, so sind für die Festtage Freitag, 24. Mai, und Sonntag, 26. Mai, Sonne satt, maximal eine leichte Bewölkung und angenehme Temperaturen knapp über 20 Grad angesagt, ehe das Fest am Montag, 27. Mai, dann wieder bei leichtem Regen ausklingt. Sollte sich die Wetterlage letztlich doch ungemütlicher präsentieren, macht Feldschmidt bereits im Vorfeld eine klare Ansage: „Dann werden wir auch bei schlechtem Wetter ein rauschendes Fest feiern.“ mw