Bad Aibling – Rückblick, Vorschau und Ehrungen standen im Mittelpunkt der Hauptversammlung der Bad Aiblinger Faschingsgilde. Präsident Stefan Seidl hatte nach der abgelaufenen Saison allerhand Lob für die Aktiven einschließlich Nachwuchsgruppen sowie die Unterstützer im Hintergrund parat. 2023 gab es auch mehrere Wechsel in den verschiedenen Positionen.
Stefan Seidl löste Thomas Hofinger an der Spitze der Gilde ab. Zweiter Präsident wurde Josef Turner. Den Bereich der Finanzen übernahm Milena Fadle von Magdalena Schmid. Walter Kunze trat die Nachfolge von Konrad Gartmeier als Senatspräsident an. Kunze und „Rusty“ Gruber legten nach 28-jähriger Tätigkeit als Revisoren ihre Ämter in die jüngeren Hände von Alexandra Holzinger und Veronika Knabl.
Bei der Prinzenpaar-Vorstellung zum Faschingsauftakt übergab Lisa Lederer die „Major-Kordel“ an Marie Merlet. Seidl machte keinen Hehl daraus, dass die Saison 2022/2023 eine der schwierigsten seit Jahrzehnten war. „Im Dezember 2022 stand fest, dass wir im Kurhaus keine für Krönungsball und Bal Paré nötige Gastronomie haben werden.“ In der Folge waren finanzielle Verluste zu tragen, die durch Rücklagen des Vereins ausgeglichen werden mussten. Der Präsident erinnerte daran, dass die Belastung durch Unterstützung befreundeter Vereine in Grenzen gehalten werden konnte. „Einzig das Tanzfestival hat uns Zuwachs auf dem Konto gebracht“, wusste der Präsident.
Eine komplett andere Situation herrschte im Fasching 2024: Krönungsball und Bal Paré waren ausverkauft und auch beim Tanzfestival platzte das Kurhaus aus allen Nähten. „Absoluter Höhepunkt war der Faschingszug“, blickte Seidl auf dieses Großereignis zurück. Allerdings sei dieser „eine Veranstaltung, welche uns am meisten Kopfzerbrechen macht“. Wachsende Auflagen, die einen personell verstärkten Sicherheitsdienst erforderlich machen, sind nur ein Teil davon. „Kostenfallen“ sind zudem die Aufstellung mobiler Toiletten, Genehmigungen durch die Ämter sowie Abrechnungen der Stadtwerke. „Das ist keineswegs ein Vorwurf an irgendjemanden, diese Aufstellung soll nur verdeutlichen, welche
Kosten bereits im Vorfeld auf uns zukommen und einen Zugriff auf Vereinskonten erfordern, die ansonsten der Rücklagenbildung vorbehalten sind“, erklärte er. Zudem sei man auf die Hilfe passiver Mitglieder angewiesen. „Wir wollen gerne einen Faschingszug veranstalten, aber es muss sich auch rechnen.“ Ein Gespräch hinsichtlich eines neuen Konzepts mit eventuell überdachten Flächen für ein Faschingstreiben mit dem Bürgermeister ist dazu vorgesehen.
Dem Bericht von Finanzministerin Milena Fadle stimmte die Versammlung zu.
Für den kommenden Fasching ist die Gilde personell bestens gerüstet, sowohl bei der Erwachsenen-Garde als auch im Nachwuchsbereich. Es gibt weit mehr Anmeldungen als Plätze frei sind. Die Kinder- und Jugendgruppen werden aufgeteilt. Der kommende Fasching beginnt am 11.11. um 11.11 Uhr mit der Vorstellung der Tollitäten. Der Krönungsball findet am 11. Januar im Kurhaus statt, der Bal Paré am 8. Februar an gleicher Stätte. Das Tanzfestival ist auf den 26. Januar terminiert. Erstmals findet das Prinzenpaar-Treffen des Landesverbands Oberbayern im BDK in Bad Aibling statt. Am 13. Februar treffen sich die närrischen Hoheiten aus ganz Oberbayern.
Bürgermeister Schlier dankte der Gilde für deren Engagement und versicherte, dass die Stadt immer Wege zur Unterstützung finden wird.
Senatspräsident Walter Kunze hatte zuvor erläutert, was der Senat der Faschingsgilde ist und wie dieser im Gesamtkonstrukt des Vereins zu sehen ist. Er machte deutlich, dass dieses aus 20 bis 25 Mitgliedern bestehende Gremium unterstützend im Hintergrund tätig ist, ideelle und finanzielle Hilfe leistet und Rückhalt der Gilde sein soll. „Zum Senator wird man berufen“, machte Kunze deutlich und erklärte, welche Voraussetzungen für diese Berufung nötig sind. So reiche es nicht aus, verdientes Mitglied der Gilde zu sein, eine entsprechende Reputation in der Öffentlichkeit gehöre ebenso unabdingbar dazu.
Walter Kunze stellte fest: „Die Berufung zum Senator stellt eine Ehre dar und ist so etwas wie der zweite Bund fürs Leben.“ uhe