Leserforum

Es geht um das Wohl aller Kinder

von Redaktion

Zum Bericht „Eine Mutter geht auf die Barrikaden“ (Lokalteil):

Zuerst sollte der Begriff „Integration“ erklärt werden, der oftmals mit „Migration“ verwechselt wird. Ziel einer Integration ist es, dem Kind die Teilhabe am sozialen Miteinander zu ermöglichen und unter anderem den Kontakt zu anderen Kindern zu fördern.

Ein Integrationsantrag macht die Zusammenarbeit mit einer Heilpädagogin möglich, die das Kind in seiner Entwicklung unterstützt und mit ihm spielerisch neue Strategien erlernt. Außerdem verringert sich die Gruppengröße, sodass dem Kind mehr Aufmerksamkeit gilt, um viele positive Erfahrungen sammeln zu können. Kurz zu erwähnen sind mögliche Ursachen für einen Integrationsantrag, wie zum Beispiel Unsicherheiten in der Grobmotorik, Entwicklungsbesonderheiten im kognitiven und sprachlichen Bereich, genauso aber auch Defizite im sozial-emotionalen Bereich, die beispielsweise durch eine Trennung oder einen Todesfall ausgelöst wurden. Diese Maßnahme wird vom pädagogischen Personal sehr befürwortet.

Im Artikel sorgt das Wort „Behinderung“ für großes Aufsehen. Jedoch wird im Antrag nach „Behinderung“, „Einschränkung“ und „Auffälligkeiten“ eines Kindes differenziert. Auch wenn anfangs sicherlich Gefühle wie Wut, Verzweiflung und Trauer den Raum einnehmen, darf man einen Integrationsantrag vielmehr als Chance sehen. Eine heutige Regelkindergartengruppe besteht aus 25 Kindern, geführt von zwei pädagogischen Fachkräften. Durch den Betreuungsauftrag steht das Wohl aller Kinder an erster Stelle. Deshalb befürworte ich den Integrationsanspruch auf diese Unterstützung sehr, den die Eltern von Kindern mit besonderen Bedürfnissen haben. In jedem Fall finde ich die Entscheidung, den Kindergartenplatz zu kündigen, zum Schutz des Kindes, der anderen Kinder und des Personals, zu 100 Prozent gerechtfertigt.

Jessica Pritzl

Bruckmühl

Artikel 10 von 11