Schechen – Peter Lechner ist – Stand jetzt – der einzige Schechener, der tatsächlich ein Gebäude verliert. „Ein Feldstadl ist genau unter der Aufschüttung für einen der Wälle“, sagt er. Derzeit stehen verschiedene Geräte in dem Stadl, für die lässt sich Platz finden. „Von der aktuellen Nutzung her ist es kein Drama“.
Lechner, Leiter des Schechener Bauhofes, hat seine landwirtschaftlichen Flächen weitestgehend verpachtet. Wie lange, hängt wohl auch davon ab, ob und wann der Brenner-Nordzulauf kommt. Was Lechner ärgert: Immer wieder habe die Gemeinde bei Bauleitplanungen Flächen zwischen Pfaffenhofen und Rosenheim freigelassen, zur „Luftreinhaltung“. „Das nutzt die Bahn jetzt aus.“ Und baut Brücken und Wälle durchs Gemeindegebiet Richtung Ostermünchen. Das werde ein Rieseneingriff, „bei mir bricht keine Begeisterung für das Projekt aus“.
Bei Hans Rumpl in Deutelhausen auch nicht. Die Trasse läuft quasi direkt durch seinen Hof. Fünf Meter entfernt vom Zuhause der Schwiegermutter entsteht eine Wand, ein Brückenpfeiler von sieben Metern Höhe wird zehn Meter von seinem Haus entfernt gebaut. Diese Höhe war für ihn das einzig Neue bei der Sprechstunde der Bahn zum Brenner-Nordzulauf, „alles andere wusste ich schon aus der Zeitung“. Beide, Hans Rumpl und Peter Lechner, sagen, dass sie sich mit ihren Fragen und Sorgen von den Mitarbeitern der Bahn ernst genommen fühlten. „Mir fehlten Zuwegungen zu Grundstücken. Als ich darauf hinwies, wurde ich sofort gebeten, mich mit den Planern in Verbindung zu setzen“, erzählt Lechner. Rumpl hat schon mit ihnen gesprochen. „Die haben das Gespräch mit uns gesucht, waren sehr kommunikativ und nett.“ Was Rumpl, Lechner und auch Bürgermeister Stefan Adam beklagen: Zur möglichen Baustelle selbst gab es kaum Informationen. Und das wäre wichtig gewesen, findet auch Bürgermeister Adam.
Lechner erinnert daran, dass nicht nur die Gleise gebaut werden müssen, sondern auch Zufahrten und Rettungswege. Dazu wisse man „Nullkommanix“, nur das Endstadium werden gezeigt. „Wie wollen sie die Massen an Erdaushub wegbringen? Es muss in großen Mengen Beton angefahren werden – dazu ist gar nichts dargestellt gewesen“, sagt Lechner und fragt: „Bewusst? Oder wissen sie es selber noch nicht?“ Letzteres ist der Fall, heißt es von Seiten der Bahn. Flächen für die Baustelleneinrichtung würden in der aktuell laufenden Vorplanung nur grob betrachtet. Erst in der nachfolgenden Entwurfs- und Genehmigungsplanung werden der Bauablauf und die Baulogistik detailliert betrachtet und weiterentwickelt. Erst dann seien grundstückbezogene Angaben möglich.
Genaue Position
ist noch offen
„Dass diese ersten Überlegungen zur Baustelleneinrichtung im Gemeindegebiet Schechen weniger detailliert sind als etwa in Stephanskirchen oder in den Bereichen südlich von Rosenheim, liegt an der Streckenführung. Bei einer oberirdischen Streckenführung kann eine Fläche für die Baustelleneinrichtung links, rechts und teilweise auch auf der künftigen Strecke liegen und sich entlang der Strecke verschieben“, erklärt eine Sprecherin der Deutschen Bahn. Wo Flächen konkret liegen werden, hänge von vielen verschiedenen Faktoren ab, unter anderem von einer Kartierung von Tier- und Pflanzenarten.
Das Fazit von Bürgermeister Stefan Adam: „Wenn’s keine brauchen würden, wär‘s am allerschönsten.“