Bruckmühl – Alles neu macht der Mai – zumindest rund um die Erschließungsvariante fürs Gebiet „Ehemalige Wolldeckenfabrik“ in Bruckmühl. Wobei „neu“ auch nicht ganz korrekt ist. Denn nachdem der Investor, das Unternehmen Werndl & Partner aus Kolbermoor, den Bruckmühler Marktgemeinderat Ende Februar 2024 mit einem geänderten Nutzungskonzept und neuen Vorstellungen rund um die Erschließung für das Areal überraschte, einige Räte gar verärgert hatte, ist die neu angedachte Erschließung nach der Mai-Sitzung des Gremiums bereits wieder Geschichte.
Stellplätze statt
Wohnungen
Überlegungen des Investors, die Fläche der abgebrannten Alten Werkskantine nun doch nicht mehr für einen Mix aus Wohnen und Gastronomie, sondern zunächst als Fläche für Stellplätze zu nutzen, hatten in der Februar-Sitzung des Marktgemeinderats zumindest bei einigen Gremiumsmitgliedern für lange Gesichter und herbe Enttäuschung gesorgt. Sahen sie dadurch doch die Möglichkeit, dort für eine gesellschaftliche Belebung zu sorgen, zunichtegemacht.
Zwar hatte Bruckmühls Bürgermeister Richard Richter (CSU/PW) die neuen Pläne des Investors damals als „charmant“ bezeichnet, andere Ratsmitglieder gingen mit den neuen Entwürfen jedoch hart ins Gericht. So zeigte sich SPD/PU-Rat Josef Staudt „emotional enttäuscht“, weil „von der ursprünglichen Planung, Gastronomie, Wohnen, Relaxen‘“ nichts mehr übrig geblieben sei. Ein Kritikpunkt, den auch Wolfgang Huber (Grüne) aufgriff: „Anstatt eines lebendigen Zentrums gibt es jetzt nur Auto-Stellplätze.“ Im Zuge der geplanten Nutzungsänderung hatte das Unternehmen Werndl & Partner zudem eine neue Erschließungsvariante für das Gebiet der „Ehemaligen Wolldeckenfabrik“ vorgelegt, die nach fast einstimmigem Beschluss des Marktgemeinderats (19:1) seitens der Verwaltung geprüft werden sollte. Die neue Variante sah vor, die Straße Gewerbepark BWB bis zum Fabrikweg nach Osten weiterzuführen und das Areal über den nördlichen Ast eines aufgeweiteten Fabrikwegs an die Gottlob-Weiler-Straße anzubinden.
Eine Idee, die jetzt der gemeindeinternen Prüfung aber nicht standhielt. So kam die Gemeindeverwaltung zu dem Schluss, dass von der im Februar vorgestellten Erschließungsvariante nach Angaben der Gemeindeverwaltung „sowohl grundstücksmäßig als auch immissionstechnisch“ Abstand genommen werden sollte.
Diskussion über
Ursprungsplan
Weshalb sich der Marktgemeinderat nun – in Absprache zwischen Kommune und Investor – erneut mit den früheren Erschließungsvarianten „Kreisverkehr“ und „Einmündung der Straße Gewerbepark BWB in die Gottlob-Weiler-Straße“ auseinandersetzen musste.
Letztlich stimmte das Gremium einstimmig gegen einen möglichen Kreisverkehr und für den Umbau der Straße Gewerbepark BWB in die Gottlob-Weiler-Straße und der Einrichtung von zwei Abbiegespuren. Des Weiteren soll auch die Zu- und Abfahrt zum Parkplatz des Discounters Lidl beibehalten werden, was das Gremium bei nur zwei Gegenstimmen besiegelte.