Ein Dankeschön für die Zeitungszusteller

von Redaktion

30 Austräger des Mangfall-Boten feiern auf dem Pfingstvolksfest

Bad Aibling – Die Tageszeitung gehört auch im Zeitalter sozialer Medien und Online-News zur beliebten und unverzichtbaren Lektüre. Viele Leser schätzen es nach wie vor, in Papierform über Ereignisse in ihrer Nähe oder aus der Region informiert zu werden. Dass der „Mangfallbote“ oder das „Oberbayerische Volksblatt“ pünktlich zum Frühstück im Briefkasten liegen, dafür sorgen etwa 100 Zeitungszusteller im Einzugsgebiet des Mangfallboten. Gut 30 Austräger davon trafen sich zu einem geselligen Beisammensein mit Speis und Trank im Festzelt auf dem Pfingstvolksfest. Eingeladen hatte Brigitte Jelinek, Leitung „Kundenservice, Anzeigen und Vertrieb“ beim OVB. Zusteller bedeutet gleichzeitig, Frühaufsteher zu sein, wie die Anwesenden betonten. Unterwegs sind sie an sechs Tagen mit dem Auto, auf dem Fahrrad oder auch zu Fuß zu jeder Jahreszeit, bei Wind und Wetter, ob es stürmt, regnet, schneit oder der Mond vom Himmel scheint. Sie arbeiten als kaum bemerkbare „Heinzelmännchen“, wenn mancher Leser noch im warmen Bett liegt.

Für die 37-jährige Jaqueline Jaksch aus Hohenthann beginnt der Tag schon nachts um halb zwei. Nach Abholung von einer festgelegten Ablagestelle versorgt sie seit 2020 in zwei festen Zustellbezirken etwa 200 Kunden und nimmt auch Vertretungen wahr.

Vor etwa 25 Jahren hatte sich die inzwischen 83-jährige Marlene Meixner um diesen, für sie lukrativen, Nebenjob beworben. Gemäß dem Sprichwort „Morgenstund hat Gold im Mund“ hieß es um 4 Uhr aufstehen, um ab 4.30 Uhr die Abonnenten in Waith zu beliefern. Die Leser kennen und schätzen sie nach wie vor, auch wenn sie nur noch vertretungsweise druckfrische Ausgaben verteilt.

Seit 2001 versorgt Wolfgang Runge (62 Jahre) werktags ab 4 Uhr zwischen 60 und 70 Kunden in Bad Feilnbach. Die Wochenendausgabe befindet sich meist ab 8 Uhr im Briefkasten.

Seit 2006 beliefert der 71-jährige Matthias Grübsch Zeitungsleser in seinem Versorgungsgebiet Au, Dettendorf, Kematen und Schweigfeld.

Franz Timon (53) aus Bruckmühl, im Hauptberuf Brandschutzbeauftragter in einem größeren Unternehmen, verdankt seinen Nebenjob, den er 2001 erstmals antrat, einer Empfehlung von Austräger Anderl Lang. 110 Leser in Großkarolinenfeld freuen sich, wenn sie zwischen 4 Uhr und 6 Uhr von Bonifaz Heilmann (67) oder seinem Vertreter Peter Rampfl mit dem Mangfallboten versorgt werden.

Viele der Zusteller lieben ihre allmorgendliche Berufung, vor allem, wenn Vogelgezwitscher und von Mai bis Juli erste Sonnenstrahlen, sie begleiten. Betriebsratsvorsitzender Raimund Feichtner, Brigitte Jelinek und Begleiter ihres Teams merkten aber auch an, dass dringender Bedarf an jungen Zustellern bestehe. Manche Gesprächsteilnehmer bedauerten, dass die Zeiten vorbei seien, in denen Schüler und Studenten durch frühes Aufstehen und Zeitungen austragen ein paar Mark hinzuverdienen wollten. Peter Strim

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