Irschenberg – In der vergangenen öffentlichen Sitzung beschloss der Gemeinderat Irschenberg einstimmig den Haushalt für 2024, der im Vorfeld vom Finanzausschuss vorberaten und sich positiv für die Gemeinde darstellt. Irschenbergs Bürgermeister, Klaus Meixner, wies eingangs auf die erfreuliche finanzielle Entwicklung der Gemeinde hin, die bis 2025 keine Schuldenaufnahme erfordert.
Die gestiegene Steuer- und Umlagekraft führt jedoch zu einer Erhöhung der Kreisumlage um rund 10000 Euro pro Monat. Meixner betonte, dass Irschenberg zu den finanz- und strukturstarken Kommunen zählt und daher keine Schlüsselzuweisung erhält, die für andere Gemeinden im Landkreis eine wesentliche Einnahmequelle darstellen. Er dankte dem Gemeinderat für die gute Arbeit und den Zusammenhalt und bat den neuen Kämmerer, Sepp Teucher, dem Gemeinderat seinen ersten Etat zur Verabschiedung vorzulegen. Auch der Kämmerer betonte, die Leistungsfähigkeit der Gemeinde Irschenberg, die finanziell gut dasteht. Sie ist weiterhin schuldenfrei und kann alle ihre Pflichtaufgaben erfüllen.
Der Rücklagenbestand wird aufgrund von Investitionsentnahmen zum Jahresende voraussichtlich 1,2 Millionen Euro betragen. Für die geplante Investitionen im Jahr 2024 sind keine Kreditaufnahmen notwendig. Dies wird sich mit dem notwendigen Neubau der Kläranlage in den Folgejahren nach 2025 allerdings ändern. Der Verwaltungshaushalt für 2024 steigt auf 10,1 Millionen Euro, wobei Einnahmen von 4,11 Millionen Euro aus den wichtigsten Gemeindesteuern, den sogenannten Realsteuern – bestehend aus Gewerbesteuer und Grundsteuer A und B – erwartet werden.
Der Anteil an der Gemeinschaftsteuer wird auf 2,72 Millionen Euro prognostiziert. Dabei wird erwartet, dass die Einnahmen aus der Einkommensteuer im Vergleich zu 2023 leicht steigen werden auf 2,35 Millionen Euro. Zuweisungen erhält die Gemeinde unter anderem für den Betrieb des Kindergartens, der Schülerbeförderung und den Straßenunterhalt inklusive Winterdienst.
Die Gewerbesteuerentwicklung schätzt Sepp Teucher 2024 auf 3,75 Millionen Euro. Der Grund für die Differenz von rund einer Million zum tatsächlichen Ergebnis 2023 in Höhe von 4770124 Euro liegt darin begründet, dass die Werte bei der Gewerbesteuer in den Jahren 2021 bis 2023 aufgrund außerplanmäßiger und einmaliger Nachzahlungen deutlich höher waren als die Ansätze. Die zu erwartenden Einnahmen aus den Steuern der ansässigen Gewerbebetriebe stellen das Fundament für eine positive Finanzwirtschaft dar, auf die Irschenberg auch im nächsten Jahr bauen wird.
Die Kreisumlage erhöht sich von 2,74 Millionen Euro auf 2,86 Millionen Euro. Sie ist die größte Position im Verwaltungshaushalt und hat sich in den letzten zehn Jahren fast verdoppelt. Nachdem ab dem Jahr 2019 besonders die Einnahmen bei der Gewerbesteuer stark gestiegen waren, ergibt die Differenz 2024 zwischen Steuerkraftmesszahl (5498193 Euro) und Ausgangsmesszahl für den Erhalt einer Schlüsselzuweisung (4763648 Euro) eine positive Differenz (734545 Euro). Nur bei einem negativen Unterschiedsbetrag würde die Kommune davon 55 Prozent Schlüsselzuweisung erhalten, erklärte der Kämmerer.
Aus der Übersicht der gemeindlichen Betriebe ging bei der Abwasserbeseitigung und Kläranlage hervor, dass der aktuelle Betrieb der stark in die Jahre gekommenen Kläranlage nicht mehr kostendeckend möglich ist und kein Weg an einer Anhebung der Gebühren vorbeiführt.
Der Personalplan umfasst 21,5 Stellen. Davon entfallen auf die Verwaltung 5,75, Bauhof, Klärwerk und Wasserversorgung 10,75 und auf den Sozial- und Erziehungsdienst 1,75 Stellen. Den Rest bei der im Landkreisvergleich relativ dünnen Personaldecke der Gemeinde machen geringfügig Beschäftigte mit 3,25 Stellen aus.
Der Vermögenshaushalt steigt um knapp vier Prozent auf 6787900 Euro, mit Investitionen in den Neubau der Kläranlage, Breitbandentwicklung, Straßensanierung und Grundstückskäufe sowie die Ausstattung der Feuerwehr.
Der Schuldenstand bleibt bis 2025 bei null Euro, wird jedoch aufgrund des Kläranlagenneubaus bis Ende 2026 auf 925000 Euro ansteigen. Der Gemeinderat verabschiedete den Haushalt in drei Teilen einstimmig und dankte dem neuen Kämmerer Sepp Teucher für seine Arbeit. re