Das Erlebnis der „emotionalen Macht“

von Redaktion

Andreas Legath und Künstlerfreunde stellen in der „Galerie Markt Bruckmühl“ aus

Bruckmühl – Der Jubiläumsreigen in der „Galerie Markt Bruckmühl“ geht weiter. Den dritten Teil der von den Juroren kuratierten Ausstellungsserie im Jubiläumsjahr der 1994 gegründeten „Galerie Markt Bruckmühl“ prägt die Ausstellung „Andreas Legath – Freunde – Sammlung“. Dabei werden neben den Werken des in Bad Aibling lebenden Kunstschaffenden auch Arbeiten von 17 weiteren Künstlern, Freunden und Weggefährten (darunter Oskar Kokoschka, Lovis Corinth, Max Liebermann und Heinz Kaufmann) präsentiert.

„Dichte an
Künstlern nicht
nur an den Wänden“

Die sehr gut besuchte Vernissage eröffnete Bürgermeister Richard Richter mit der Feststellung: „Heute haben wir eine große Künstlerdichte, nicht nur an den Wänden“ und dankte Andreas Legath für die Gestaltung der Ausstellung.

Die Einführungsrede hielt der Kurator höchstpersönlich. „Seit Menschheitsbeginn gab es Sammler, sammeln ist ein Urtrieb des Menschen“, konstatierte er eingangs und fügte hinzu: „So ist es keine Seltenheit, dass Selbstschaffende gleichzeitig zu Sammlern werden, ist ihnen doch in der Regel ein anderer Blick und somit ein sichereres Urteilsvermögen zu eigen, was nicht zuletzt der Grund ist, warum die meisten Künstlersammlungen um so vieles besser sind als andere Privatsammlungen.“

Der rote Faden, der sich durch eine Sammlung ziehen sollte, sei nicht primär in einer stilistischen Reduktion begründet. „Sie sehen hier die Grafik des 20. Jahrhunderts in Verbindung mit gotischer Plastik“, erklärte er und führte weiter aus: „Wenn im Titel der Ausstellung die Begriffe Freunde und Sammlung getrennt erscheinen, ist dies in der Tat nicht so leicht, das komplexe Gefüge auseinanderzuhalten. Zum einen sind Künstlerfreundschaften nicht immer, aber doch oft von einem halbwegs gleichen Nenner des bildnerischen Denkens geprägt, der bisweilen zu einem mehr oder weniger fruchtbaren Austausch führen kann. Zum anderen ist es eine gute Tradition, untereinander zu tauschen.“

Im weiteren Verlauf seiner Rede wies er auf verschiedene Künstler und ihre Werke in den einzelnen Stockwerken der Galerie hin. Am Ende seiner Ausführungen stellte er fest: „So dürfte in dieser Ausstellung als roter Faden das Erlebnis, die emotionale Macht, denen ich in meinem Fall immer wieder eine neu gefundene Landschaft, wie jüngst das Valle del Tevere mit seiner Kathedrale, verdanke, gesehen werden.“ Abschließend wies Andreas Legath noch auf seinen neuen Werkkatalog mit dem Titel „Zeichnung/Bronze/Terrakotta 1995 – 2023“ hin.

Galerieleiterin Cornelia Ahrens bedankte sich für den erfolgreichen Einsatz des Künstlers in den letzten 20 Jahren für die Galerie und ermunterte die Besucher: „Genießen Sie diese Ausstellung mit allen Sinnen.“

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung vom zwölfjährigen Christian Meyer. Er spielte auf seinem Akkordeon aus der Sonate Nummer 2 von Joseph Haydn virtuos das Menuett I und das Trio sowie „Le Tic Toc Choc“ von Francois Couperin und erhielt dafür den rauschenden Beifall der Gäste. Zu ihnen gehörte auch der langjährige Kulturreferent des Landkreises, Christoph Meyer-Gehring.

Die Ausstellung mit ihren 92 Werken ist in der „Galerie Markt Bruckmühl“ noch bis zum 14. Juli von Mittwoch 14 bis 18 Uhr und Samstag/Sonntag von 11 bis 18 Uhr, zu sehen. bjn

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