Bad Aibling – Neue Wege beschreitet das Bayerische Rote Kreuz (BRK) Bad Aibling in der Seniorenarbeit. Ein regelmäßiges Frühstücksbüfett soll jetzt im Kampf gegen die Einsamkeit helfen.
Vielfältige Angebote für ältere Mitmenschen bietet der soziale Arbeitskreis des BRK schon länger in der Stadt an. Die Seniorennachmittage, die es bereits seit den 1970er-Jahren im BRK-Heim gibt, sind längst fester Bestandteil des Stadtgeschehens. Auch zur Seniorengymnastik trifft sich regelmäßig ein begeisterter Teilnehmerkreis.
Bewirtung
im BRK-Heim
Einen weiteren Schritt gegen das Alleinsein, das viele Seniorinnen und Senioren als sehr bedrückend empfinden, unternimmt das Rote Kreuz jetzt mit einem Frühstück, das einmal im Monat im BRK-Heim stattfindet. Die Anfänge waren vielversprechend, darum will die Hilfsorganisation in nächster Zeit verstärkt die Werbetrommel hierfür rühren.
„Viele ältere Menschen kommen oft aus den eigenen vier Wänden kaum raus. Mit dem Frühstück wollen wir diesem Trend entgegenwirken“, nennt Marlies Schwaller den Beweggrund für die Erweiterung des Angebots. Sie leitet seit 2002 den sozialen Arbeitskreis des BRK in der Kurstadt.
Man biete ein reichhaltiges Büfett an, so Schwaller. Im Mittelpunkt der Treffen stünden natürlich das gesellige Miteinander und der gegenseitige Austausch.
Während die Seniorennachmittage traditionell am Montag stattfinden, erfolge die Einladung zum Frühstück einmal im Monat jeweils an einem Donnerstag. Ein Team aus vier ehrenamtlichen Helferinnen kümmert sich um die Gäste.
Bei Rosmarie Martlbauer, die die Idee zu dem zusätzlichen Angebot hatte, laufen die organisatorischen Fäden zusammen. Kaffee, Tee, Saft, Wasser, Semmeln, Brezen, Wurst und Käse – beim Roten Kreuz wird den Senioren alles geboten, was zu einem üppigen Frühstück gehört. „Wir haben auch immer etwas Gesundes dabei, zum Beispiel Radieserl. Und zum Abschluss gibt es als Überraschung Obst“, berichtet Martlbauer.
Dass sich die Besucher um nichts kümmern müssen und bedient werden, versteht sich für das BRK von selbst. „Ich bin überzeugt, dass der Bedarf da ist“, sagt Martlbauer. Vom Einkaufen bis hin zur Tischdekoration, die nicht fehlen dürfe, arbeite ihr Team „reibungslos Hand in Hand.“ „Letztlich bieten wir Hilfe zur Selbsthilfe an. Uns ist bekannt, dass es halt manchmal ein bisserl dauert, bis sich ältere Menschen einen Ruck geben und zu uns kommen“, weiß Marlies Schwaller.
Dass das Rote Kreuz von den Teilnehmern einen Unkostenbeitrag von fünf Euro erheben muss, sieht die Arbeitskreisleiterin nicht als Problem an. „In dieser Auffassung haben uns auch entsprechende Rückmeldungen bestätigt“, sagt sie.
„Wir hängen uns jedenfalls richtig rein und wünschen uns, dass künftig noch mehr Leute zum Frühstück ins BRK-Heim in der Kolbermoorer Straße kommen“, so Rosmarie Martlbauer. Zeit für ihre Gäste haben die Rotkreuzlerinnen jedenfalls genügend. „Die müssen nach dem Essen nicht gleich heimgehen“, versichert die Teamleiterin.
Ihr und Marlies Schwaller ist allerdings auch wichtig, die Menschen bei dieser Gelegenheit immer wieder neu für die bereits seit längerer Zeit bestehenden Angebote des Roten Kreuzes zu interessieren. „Da machen wir beim Frühstück immer kräftig Werbung“, so Martlbauer.
Ehrenamtliche
Helfer gesucht
Damit auch langfristig genügend Helferinnen und Helfer zur Verfügung stehen, würden sich die beiden Frauen sehr darüber freuen, wenn sich noch weitere Ehrenamtliche für diesen Dienst zur Verfügung stellen. Auskünfte erteilen Marlies Schwaller unter Telefon 08061/1230 oder Rosmarie Martlbauer unter 0178/ 8315435.
Dieter Bräunlich, Seniorenbeauftragter der Stadt, begrüßt die Initiative des Roten Kreuzes sehr. „Ich danke den beiden Damen für ihr Engagement“, sagt Bräunlich. Die Idee mit dem Frühstücksbüfett sei ein „weiterer wichtiger Mosaikstein“, der die Seniorenarbeit in der Stadt wertvoll bereichere. Norbert Kotter