Bad Aibling – Die Chronik-Reihe „Bad Aibling – Geschichte einer Stadt“ hat Zuwachs bekommen: Nach seinem 2019 vorgestellten Band 6-2 mit dem Titel „Geschichten und Besonderheiten aus dem Vereinsleben – Aiblinger Vereine“ hat Dr. Gottfried Mayr nun Band 6-3 „nachgeschoben“. Er trägt den Titel „Vereine und Vereinigungen in Bad Aibling von den Anfängen bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs“. Das neue Werk, das letzte der historischen Serie, wurde vom Autor in der Stadtbücherei der Öffentlichkeit vorgestellt. Bürgermeister Stephan Schlier blickte in seiner Einführungsrede auf die mehr als 2000-jährige Geschichte der Stadt zurück und hob die Bedeutung der seit 1999 entstandenen Chronik-Reihe „für uns und die künftigen Generationen“ hervor. „Der Blick nach vorne ist wichtig, aber ich halte viel von dem Sprichwort „Nur wer weiß, woher er kommt, weiß auch, wohin er geht“, betonte der Rathauschef und führte weiter aus: „Über unsere Vereine organisieren wir – gerade in unserer immer stärker werdenden individualisierten Welt – auch gesellschaftlichen Zusammenhalt“.
In Vereinen organisieren sich Menschen, die mehr für die Gesellschaft und für das Gemeinsame machen, sich für andere einbringen und einsetzen, damit es uns allen besser gehe. „Unsere Vereine stehen für Lebensqualität, sowohl in der Stadt als auch in den ländlichen Regionen. Das Prinzip der „aktiven Bürgergesellschaft“ ist ein gewachsenes und wichtiges Pfund für unser Bad Aibling“, unterstrich er abschließend.
Im Inhaltsverzeichnis des neuen Bandes sind über 100 Ortsvereine enthalten, von denen viele noch heute bestehen, wie die „Maurer und Zimmerleute“ (gegründet 1869), die Freiwillige Feuerwehr Willing (1871) und der Katholische Frauenbund (1909). Ausgehend vom 1898 gegründeten und längst aufgelösten „Pferdeversicherungsverein“ beschränkte sich der Autor im weiteren Verlauf seines Vortrags nahezu ausschließlich auf die regionale und bayernweite Bauernbewegung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und bis zur Machtergreifung 1933.
Er blickte auch auf die 1856 erfolgte Gründung des Aiblinger Landwirtschaftsvereins zurück, dem später auch die Stadt beitrat. Der Verein begründete auch das Aiblinger Volksfest, das in seinen Anfängen als landwirtschaftliches Fest veranstaltet wurde. Als landwirtschaftlichen Verein in der Region nannte Dr. Gottfried Mayr ferner den Bayerisch-Patriotischen Bauernverein Tuntenhausen. Mit der ab 1931 neu aufkommenden Bauernbewegung und den 1933 weitgehend verhängten Vereinsverboten schloss Dr. Mayr seinen Vortrag.
Am Schluss erhielt er für seine Ausführungen viel Beifall von den Anwesenden, darunter die Altbürgermeister Dr. Werner Keitz und Felix Schwaller. bjn