Zum Leserbrief „Die richtige Entscheidung getroffen“ (Lo- kalteil):
Der Bürgerentscheid über die Errichtung eines Discounters in Tuntenhausen war gut und richtig. Von den Teilnehmenden stimmten circa 75 Prozent dafür. Diesem Bürgerwillen wurde in der betreffenden Gemeinderatssitzung mit einem klar positiven Ergebnis entsprochen. Die circa 25 Prozent der Bürger, die gegen den Bau stimmten, durften sich durch die wenigen Gegenstimmen der Gemeinderäte vertreten fühlen. Einstimmigkeit war hier weder gegeben noch notwendig. Der Bürgerwille wurde vollumfänglich respektiert. In einer demokratischen Gesellschaft entscheidet die Mehrheit, wie hier geschehen. Demokratie ist jedoch noch mehr. Sie bedeutet auch, anderer Meinung sein zu dürfen, unterschiedliche Ansichten zuzulassen, auszuhalten und (bisweilen auch heftig) zu diskutieren. Dieses Kernelement der Demokratie scheint in einer seit Jahren von gegenseitigem Misstrauen und Unmut geprägten Gesellschaft wichtiger denn je. Eine andere Meinung als die Mehrheit zu vertreten zu dürfen, ist alles andere als Ideologie. Es ist gelebte Demokratie. Unsere Gemeinde braucht keine Hexenjagd. Was wir brauchen, ist vielmehr wie der Raum für Toleranz und eine in allen Bereichen einander zugewandte Diskussion. Nur so kann sich unsere auf westlich-demokratische Werte basierende Gesellschaft weiterentwickeln.
Maria Westner
Tuntenhausen
Welche „Ideologie“ drücken Frau Dr. Fernandez Diarte und Frau Kraus denn den Bürgern auf? Dass sie der Meinung sind, dass es besser wäre, die heimische Landwirtschaft zu unterstützen als die fragwürdig erzeugten Billigimporte von Lebensmitteln aus den Discountern, die unsere Landwirte – das sind übrigens ebenfalls Bürger der Gemeinde – nachweislich ruinieren? Sie vertreten damit einfach die ausgewiesene Meinung einer Minderheit in der Gemeinde – das ist Demokratie.
Es scheint heutzutage – wie das Beispiel von Herrn Bonke zeigt – Standard zu werden, andere Meinungen als die eigene auf das Gleis der „Ideologie“ abzuschieben und zu versuchen, sie ohne echte Argumente zu diskreditieren.
Damit reiht sich Herr Bonke in die Schar derjeniger ein, die unsere Demokratie wirklich gefährden. In dem Leserbrief wird auch ein falscher Grund für Herrn Strassers Rücktritt angegeben – und dies in infamer Weise auch noch für den persönlichen Angriff auf die genannten Gemeinderätinnen instrumentalisiert. Das ist ein beschämendes Beispiel für die Verbreitung falscher Wahrheiten und demokratiefeindlicher Hetze!
Eine seriöse Zeitung wie der Mangfall-Bote sollte künftig Leserbriefe von Herrn Bonke auf derartige Inhalte überprüfen und ihnen in solchen Fällen kein öffentliches Forum bieten. Er macht sich sonst der Gefährdung unserer Demokratie mitschuldig!
Wilfrid Mache
Hohenthann