Zum Leserbrief „Die richtige Entscheidung getroffen“ (Lokalteil):
Es verwundert doch sehr, wie wenig Herr Bonke als langjähriger Geschäftsführer die Grundrechenarten beherrscht. Bei ihm sind die 3303 Stimmen für den Discounter „über 75 Prozent der Einwohner“. Bezogen auf 7503 Einwohner sind das aber nur 44 Prozent, repräsentieren also nicht die Bevölkerungsmehrheit. Was hier aber zählt, ist allein die Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Das Ergebnis ist hier eindeutig und wird von demokratischen Gegnern des Projekts, wie auch ich einer bin, selbstverständlich nicht infrage gestellt.
Das Wohl der Gemeindebürger liegt sicher allen Rätinnen und Räten am Herzen. Allein die Wege die dazu führen, und wie sich dieses definiert, sind unterschiedlich. Darüber muss gerungen werden. Demokratie eben! Das Abstimmungsverhalten der Rätinnen Kraus und Dr. Fernández Diarte entspricht einer aufrechten Haltung, die Respekt verdient. Sie beugen sich nicht dem Anpassungsdruck, wie es Herr Bonke von ihnen verlangt. Vielmehr verschaffen sie so auch einer Minderheit Stimme und Gehör, ein wesentliches Erkennungsmerkmal einer funktionierenden Demokratie.
Herr Bonke ist es, der seine Ideologie (pro Aldi) der Minderheit aufdrücken will. Alles muss der Mehrheitsmeinung eingegliedert werden, Opposition ist Verrat an der (seiner) guten Sache. Dies ist in höchstem Maße undemokratisch, ja geradezu gefährlich für unsere Demokratie. Ebenso wie die indirekte Aufforderung, dem Beispiel des Herrn Straßer zu folgen und zurückzutreten. Dies offenbart ein fragwürdiges Demokratieverständnis des Herrn Bonke. Dabei ist Herr Straßer allein aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten. Ich wünsche ihm für seine Gesundheit alles Gute. Herr Bonke sollte Nachhilfe nicht nur in Mathematik, sondern (und vor allem) in Demokratie nehmen.
Herbert Prechtl
Ostermünchen