„Weg existiert nicht mehr”

von Redaktion

Berggasthöfe Hohe Asten und Petersberg nach Unwetter kaum zu erreichen

Flintsbach – Die zusammengebrochene Mauer der Burgruine Falkenstein ist ein plakatives Bild, das die Zerstörung durch das Unwetter in Flintsbach verdeutlicht. Doch die Wassermassen, die am Montagabend über die Gemeinde hereingebrochen sind, haben noch mehr Spuren hinterlassen. So wurde der komplette Weg Richtung Petersberg und Hohe Asten von Schlamm und Geröll überschüttet.

Erdspalte oberhalb
des Gasthofs

„Der Weg existiert nicht mehr“, sagt Christa Astl, Seniorchefin des Berggasthofes Hohe Asten. Sie und ihre Familie wurden auf einen Schlag von der Gemeinde abgeschnitten. Zwei Muren kamen direkt hinter dem Haus nieder und zerstörten unter anderem Garten und Keller. Und die Sorge eines weiteren Hangrutsches ist nach wie vor präsent, wie die Betreiberin Luisa Astl in den sozialen Medien verdeutlicht. Sie entdeckte knapp oberhalb des Berggasthofes eine acht Meter lange und 80 Zentimeter tiefe Erdspalte, die bei einem erneuten Regenfall zum Problem werden könnte.

„Man kann sich das gar nicht vorstellen, wenn man es nicht selbst sieht“, beschreibt es auch der Flintsbacher Toni Huber, der sich zusammen mit seiner Tochter Johanna Aust auf den Weg machte, um die Familie am Berggasthof zu unterstützen. Über einen Weg, der als solcher nicht wiederzuerkennen war, kämpfte er sich zu Fuß nach oben. Vorbei an Geröllhaufen, aufgeplatzten Rohren und metertiefen Gräben. „Da kommt kein Fahrzeug mehr nach oben“, stellen die beiden klar. Lediglich über die Straße Richtung Sudelfeld könnte man den Berggasthof noch mit Fahrzeugen erreichen.  Anders sieht es beim Berggasthaus Petersberg aus. „Da hätte selbst ein Militärfahrzeug keine Chance“, meint der Betreiber, Mike Franz. Zwar sei ihm der Hang im Vergleich zur Hohen Asten nicht direkt am Gasthof entgegengekommen. Doch der Weg ins Tal ist für eine Weile komplett gesperrt. „Über den Wagner vom Berg‘ kommt man zu Fuß noch hierher“, meint er. Doch auch dafür gelte es, einiges an Geröll und Morast zu überwinden.

Betrieb zunächst
lahmgelegt

Für den Betrieb ist damit mindestens für die kommenden 14 Tage klar: „Wir müssen schließen.“ Dann werde sich laut Franz zeigen, inwieweit und vor allem von welcher Seite ein Zugang zum Berggasthof wieder möglich ist. Doch nicht nur am Petersberg hat Mike Franz zu kämpfen. „Gleichzeitig muss ich mich auch noch um meinen Keller kümmern.“ Auch dieser sei, wie einige andere in Flintsbach, mit Wasser vollgelaufen. 

Insgesamt kam die Flintsbacher Feuerwehr nach dem Unwetter auf rund 45 Einsätze, wie Feuerwehrkommandant Jörg Benkel berichtet. „Wir sind mit den Aufräumarbeiten so weit durch“, meinte er am Mittwoch. Nach Evakuierungen, Straßensperren und vollgelaufenen Kellern blieb den Feuerwehrlern aber nicht viel Zeit zum Ausruhen. Schließlich hat am gestrigen Donnerstag das Fest zum 150-jährigen Bestehen der Flintsbacher Feuerwehr begonnen. Und dafür gab es nach dem Unwetter noch einiges zu tun.

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