Tuntenhausen – Fünf Tage lang steht in Schönau die Musik im Mittelpunkt, doppelt sogar: Die Schönauer Musi wird 40 Jahre alt und das Bezirksmusikfest wird gefeiert. Höhepunkt war der Festsonntag mit an die 2000 mitwirkenden Musikern. Schon um 6 Uhr morgens gab es bei Bürgermeister Georg Weigl einen Weckruf. Zwei Stunden später spielte die Dreder Musi dann zum Frühschoppen im Festzelt am Sportgelände auf, bevor sich die unzähligen Musikvereine aus nah und fern zum Kirchenzug fertig machten.
Reaktion auf die
Wetterlage
Erst am Tag zuvor wurde aufgrund der Wetterlage entschieden, den Festgottesdienst nicht auf der Wiese an den sieben Linden abzuhalten, sondern in der Ortsmitte. Pfarrer Richard Basta, der zusammen mit Diakon Josef Hilger den Gottesdienst hielt, sagte, Musik bewegt, erfreut und verbindet. „Jedes Leben hat seine eigene Melodie“, erklärte Basta. In der Predigt lobte Diakon Hilger die Gründer der Schönauer Musik, die heute 50 Musiker und eine Jugendkapelle umfasst.
„Wir alle profitieren von der Entscheidung der damals Verantwortlichen und ihrer Durchhaltekraft“, betonte Hilger. Er stellte die große Kraft der Musik heraus: Trauer, Leid und Freude dringen durch die Musik intensiv in uns hinein. „Mit Musik wird die Welt reicher, friedlicher und besser“, sagte Hilger am Ende. Die Fürbitten wurden von jungen Schönauern in der bayerischen Heimatsprache vorgetragen, was viel Anklang fand.
Schlusslied aus
Tausenden Kehlen
Aus Tausenden von Kehlen wurde dann das Schlusslied „Großer Gott wir loben dich“ stimmungsvoll gesungen. Die bayerische Tradition präsentierte sich beim anschließenden Festzug. „Was für ein Bild!“, schwärmte Bürgermeister Georg Weigl, der sichtlich erleichtert war, dass sich die Wettervorhersagen besserten und die Wolken am Horizont kein Unheil anrichteten. Mehr als 2000 Musiker boten ein geradezu sensationelles Spektakel. In Viererreihen (Musikvereine) und Dreierreihen (sonstige Vereine) marschierten die Musiker durchs festlich geschmückte Dorf, umsäumt von Tausenden von Menschen.
Und alle Einheimischen waren stolz, nicht nur auf ihre Musiker, auch dass Schönau der Austragungsort des diesjährigen Bezirksmusikfestes des Bezirksmusikverbandes Inn-Chiemgau sein durfte. Der Festzug endete mit einer Marschwertung des Musikbundes von Ober- und Niederbayern. „Blasmusik ist ein Stück Heimat“, betonte Landrat Otto Lederer, bevor er die Ortsgemeinschaft Schönau für ihren Zusammenhalt lobte.
Für Schirmherr Georg Weigl war alleine schon das trockene Wetter ein Grund zur Freude. Das Bezirksmusikfest austragen zu dürfen, sei in seinen Augen eine große Ehre für die Gemeinde Tuntenhausen. Bezirksvorstand Leonhard Eisner lobte die Geduld von Willi Ottich und den Mut aller Musiker von einst. „Auf das Ergebnis könnt ihr heute stolz sein“, sagte Eisner. Ein Höhepunkt war dann der Gemeinschaftschor aller Musiker, ein Erlebnis, das so manche Gänsehaut verursachte. Den Abschluss bildete dann die Bayernhymne, die aus frohgemuten Kehlen intoniert wurde.
Ein solches Spektakel hätten sich die Verantwortlichen in den frühen 80er- Jahren nicht gedacht, als der damalige Trachtenvorstand des GTEV-Eichenlaub Schönau e.V., Richard Bonnetsmüller, 1984 eine Jugendblaskapelle mit 15 Musikanten und unter der musikalischen Leitung von Willi Ottich ins Leben rief. Seitdem hat sich die Musikkapelle stetig weiterentwickelt und zählt über 50 aktive Musikanten. In den vergangenen 40 Jahren ist viel passiert. Auch schwierige Zeiten, Schicksalsschläge und der Verlust von Musikern gehörten dazu.
Das alles, die gemeinsam verbrachte Zeit und die vielen Erlebnisse sowie die Freude an der Musik macht die Schönauer Musi zu dem, was sie heute ist. Die Festwoche begann schon am Donnerstag mit dem Bieranstich und der Pongauer Tanzlmusi und setzte sich am Freitag mit dem Weinfest fort.
Niemand Geringerer als die Nachbarn von der Glonner Musi spielten hier. Samstags folgte ein Konzertabend mit der Südtiroler Musikkapelle Girlan und dem Musikverein Ottenheim (Baden-Württemberg). Das Ende bildet nun am Montag das Kesselfleischessen mit Musik (Blaskapellen aus Höhenrain und Baiern).