Zum Leserbrief „Die richtige Entscheidung getroffen“(Lokalteil):
Die offenkundig falschen Behauptungen des Herrn Bonke kann ich so einfach nicht stehen lassen. Ich habe mich von allen Ehrenämtern zurückgezogen aufgrund fortschreitender
Symptomatik meiner Innenohrschwerhörigkeit und einer Krebsdiagnose. Die offenkundig falschen Unterstellungen des Herrn Bonke sind insofern eine absolute Frechheit, grenzen schon an Verleumdung.
Wenn seine „Begeisterung“ für die ehrenamtliche Tätigkeit im Gemeinderat so groß ist, dann möge er einen entsprechenden Wahlkampf führen und sich selbst in dieses Amt wählen lassen, anstatt auf die ehrenamtlichen Amtsträger zu schimpfen. Keiner meiner ehemaligen Ratskollegen trifft leichtfertig oder aus ideologischen Überzeugungen heraus seine Entscheidungen, das möchte ich Ihnen an dieser Stelle versichern.
Ich für meinen Teil habe dieses Amt stets mit Stolz und Begeisterung innegehabt. Musste mich nun aber leider aus den genannten Gründen zurückziehen.
Marcus Straßer
Tuntenhausen
Herr Bonke offenbart in seinem Leserbrief eine bedenkliche Einstellung zur Demokratie. Beim Bürgerentscheid in der Gemeinde Tuntenhausen stimmte immerhin ein Viertel der Teilnehmenden, nicht der Einwohner, gegen die Ansiedlung eines Discounters auf dem Eder-Gelände.
Wenn wenigstens zwei Gemeinderätinnen dieses Viertel in der Abstimmung über den Bebauungsplan vertreten, ist das sehr wohl nachvollziehbar und durchaus demokratisch. Die mehrheitliche Entscheidung des Gemeinderates wurde selbstverständlich akzeptiert.
Demokratie, Herr Bonke, ist nicht, wenn jeder macht, was ich will (das wäre Diktatur), sondern wenn die Meinung Andersdenkender respektiert wird. Diesen Respekt vermisse ich in Ihrem Leserbrief. Sie stellen Herrn Straßers Rückzug aus dem Gemeinderat wider besseres Wissen als Folge seiner angeblichen Einsicht in seine „falsche Entscheidung“ in Sachen Discounter dar. Vielmehr ist der Grund für seinen Rückzug eine ernste Erkrankung. Sie stellen diesen Rückzug in einen falschen Kontext und benutzen ihn für Ihre Argumentation. Im Übrigen ist es infam, in diesem Zusammenhang von einem „Geständnis“ zu sprechen („Marcus Straßer…, der bereits gestand…“).
Norbert Philipp Weyrich
Tuntenhausen