Neues Schutzgebiet für Trinkwasser

von Redaktion

Bruckmühl sichert Versorgung – Schutz vor Verunreinigung

Bruckmühl – Eine sichere Trinkwasserversorgung und der Schutz vor Hochwasser haben – nicht erst seit der jüngsten Unwetterkatastrophe – höchste Priorität. Das Hochwasserrückhaltebecken in Feldolling soll künftig einen großen Beitrag gegen Überschwemmungen leisten. Da zwei in unmittelbarer Nähe liegende Brunnen deshalb vom Netz genommen werden mussten, wurde ein neuer Trinkwasserbrunnen in Götting errichtet, um die Trinkwasserversorgung Bruckmühls sicherzustellen.

Zudem muss, da das Wasserrecht an den Brunnen Vagen I und II ausgelaufen ist, ein neues Trinkwasserschutzgebiet im Bereich der beiden Bruckmühler Brunnen Vagen I und II nahe dem Rückhaltebecken ausgewiesen werden. Die ersten Schritte dafür laufen aktuell.

Einzelfallentscheidung bei Größe und Lage

„Die Größe und Lage der engen Schutzzonen II und III wird nach den örtlichen hydrogeologischen Verhältnissen im Einzelfall festgelegt. Die Zone III dient dem Schutz vor weitreichenden Beeinträchtigungen, insbesondere vor chemischen oder radioaktiven Verunreinigungen“, erklärt Moritz Pröckl, Leiter des Bruckmühler Wasserwerks. In der engeren Schutzzone (Zone II) soll eine bakterielle Verunreinigung verhindert werden. Der Fassungsbereich (Zone I) soll zusätzlich vor unmittelbaren Gefahren schützen.

Derzeit wird anhand von drei Bohrpunkten die aktuelle Fließrichtung des Wassers ermittelt. Dies wird einige Monate dauern, um aussagekräftige Informationen und Daten zu erhalten. „Wir sind hinsichtlich des Trinkwasserschutzgebiets mit Anliegern beziehungsweise Grundstücksbesitzern in Kontakt und stehen im Informationsaustausch“, so Bruckmühls Bürgermeister Richard Richter. Jetzt müssten aber erst einmal die fundierten Daten für das Schutzgebiet gemessen und erhoben werden. Die Festsetzung von Trinkwasserschutzgebieten bedeutet nicht Gewässerschutz erster und zweiter Ordnung, sondern ist ein Instrument, Restrisiken weiter zu vermindern beziehungsweise durch Verbot bestimmter Handlungen ganz auszuschließen. Schutzgebiete werden in der Regel in verschiedene Zonen gegliedert, für die graduell abgestufte Beschränkungen oder Verbote gelten, ausgehend vom Fassungsbereich über die engere zur weiteren Schutzzone, die zuweilen nochmals untergliedert ist (siehe Kasten).

Bisher hatte der Markt Bruckmühl die Brunnen nahe dem Rückhaltebecken als Hauptlieferant genutzt. Diese Aufgabe übernimmt nun der Göttinger Brunnen. Vagen I und II befinden sich seit Ende 2020 aufgrund der Baumaßnahmen für das Rückhaltebecken nicht mehr am Netz. Die Brunnen werden jedoch in Reserve gehalten.

Losgelöst davon ist die Versorgung der Kommune durch den Wasserbeschaffungsverband Högling-Bruckmühl (WBV). Der WBV betreut aktuell 56 Kilometer Hauptleitung und 880 Hausanschlüsse in Bruckmühl. Das gemeindliche Wasserwerk Bruckmühl betreut 118 Kilometer Hauptleitungen sowie 90 Kilometer an Hausanschlussleitungen.

Eine Million
Kubikmeter jährlich

Das Trinkwasser im Versorgungsgebiet des Wasserwerks Bruckmühl hat eine Gesamthärte von 20,1° deutsche Härte, nach dem Waschmittelgesetz Bereich 3, also hart.

Der tägliche Wasserverbrauch in der gemeindlichen Versorgung liegt zwischen 2000 und 3500 Kubikmetern. Der jährliche Wasserverbrauch im gesamten Gemeindegebiet – inklusive des Versorgungsgebietes des Wasserverbandes Högling-Bruckmühl – beläuft sich auf circa eine Million Kubikmeter. RE

Verschiedene Fassungsbereiche

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