Bad Aibling – Einen herben Verlust erlitt die Gebirgsschützenkompanie Aibling im Frühjahr dieses Jahres. Franz Kuchler, Gründungsmitglied und als Pionier in die Kompanie eingetreten, später Standartenträger und Fähnrich sowie „Stüberlwirt“ mit Leib und Seele, war verstorben.
Kuchler hatte die Scheiben-Malerei als Hobby entdeckt und unzählige Exponate geschaffen, welche die Wände der jeweiligen Gewinner zieren. Vor seinem Tod hatte er noch eine Scheibe gemalt, die als Preis für die Wertung auf den „laufenden Hirschen“ beim diesjährigen Armbrustschießen vorgesehen war. Da Ehrenhauptmann Günter Hein ebenfalls ein Exemplar für den gleichen Zweck gemalt hatte, fragte die Kompanie bei Kuchlers Ehefrau an, ob sie diese letzte Scheibe ihres Gatten der Kompanie als „Franz-Kuchler-Gedächtnisscheibe“ zur Verfügung stellen wolle. Gertrud Kuchler stimmte zu, Nikolaus Stigloher legte die Beschriftung auf, und so wurde diese Gedächtnisscheibe heuer das erste Mal ausgeschossen. Als Erster wird nun Jens Pickelmann, Leutnant Kassier der Aiblinger Kompanie, darauf „verewigt“. Er hatte den besten Quotienten aus Hirsch- und Ringwertung. In diesem Modus wird das Exemplar nun bei jedem Armbrustschießen ausgeschossen. „So lebt der Franz auch sichtbar in der Kompanie weiter“, freute sich seine Witwe Gertrud und übergab Pickelmann die Scheibe.
Dass selbst bei den „gestandenen Mannsbildern“ bei dieser Ehrung kein Auge trocken blieb, war bester Beweis dafür, dass die Entscheidung, eine „Franz-Kuchler-Gedächtnisscheibe“ zu stiften, richtig war.
Oberleutnant Uwe Hecht bat zuvor die Anwesenden, sich zu einer Schweigeminute zu erheben, viele werden dabei das Bild vor Augen gehabt haben, wie Kuchler jahrelang beim Armbrustschießen in der Küche stand. uhe