„Mit Sport kann man auch alt werden“

von Redaktion

Der 86-jährige Wahl-Aiblinger Horst Krause hat zum 50. Mal das Sportabzeichen in Gold verliehen bekommen. Nun gab es für seinen besonderen sportlichen Werdegang die Ehrennadel und eine entsprechende Urkunde.

Bad Aibling – Qigong, Tischtennis, Walking, Turnen, Tennis, Tai Chi und Radfahren – die Liste dieser Aktivitäten könnte von der Homepage eines Sportvereins oder einem VHS-Katalog stammen. In Wirklichkeit bilden sie aber das bewundernswerte Bewegungsprogramm von Horst Krause, eines 86-jährigen Wahl-Aiblingers, der eine ganz besondere sportliche Leistung vollbrachte: Er hat zum 50. Mal die goldene Sportabzeichenprüfung abgelegt und wurde vor Kurzem mit der Ehrenadel und der entsprechenden Urkunde ausgezeichnet.

Lebensbegleitende
Sportbegeisterung

Das Abzeichen des „Deutschen Olympischen Sportbundes“ (DOSB) ist bekanntlich die höchste Auszeichnung außerhalb der Olympischen Spiele. Die Urkunde ist vom Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes, Thomas Weikert und vom Präsidenten des Bayerischen Landessportverbandes, Jörg Ammann, unterzeichnet. Im persönlichen Glückwunschschreiben des DOSB-Präsidenten heißt es unter anderem: „Die jährliche Wiederholung der Bedingungen des Deutschen Sportabzeichens und das begleitende Training haben Sie die Herausforderungen des Lebens mit Leichtigkeit nehmen lassen.

Für diese lebensbegleitende Sportbegeisterung gebührt ihnen meine besondere Anerkennung“. Für den Erwerb des Sportabzeichens sind Prüfungen in den Kriterien Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination abzulegen. Hierbei wechselt Horst Krause die einzelnen Disziplinen jährlich. Zuletzt wählte er Walking, Kugelstoßen, Schwimmen und Schleuderball für die vier Bewertungskriterien aus.

„Von Jugend auf war ich sportlich aktiv und betrieb Judo, Boxen und Zehnkampf, konnte mir aber damals keine Mitgliedschaft in einem Sportverein leisten“, berichtet der im Riesengebirge Geborene und in Hannover Aufgewachsene im Gespräch mit dem OVB. Zwischen seinem 18. und 30. Lebensjahr ruhten dann seine sportlichen Aktivitäten weitgehend – in dieser Zeit stieg er beruflich vom Postjungboten zum Telekom-Manager auf.

Danach stand der Sport wieder im Mittelpunkt seiner Freizeitinteressen. Er fungierte ehrenamtlich als Vorstand in Sportvereinen beziehungsweise im Sportverband und war 30 Jahre lang als Trainer etwa für Walking, Wandern und Tanzen tätig. Außerdem gehörte er einem Gesangverein an. 1971 erwarb er erstmals das Deutsche Sportabzeichen in Gold und wiederholte die Prüfung bis heute sage und schreibe 50-mal.

Die „Bewegungs-Agenda“ von Horst Krause, der 2012 aus familiären Gründen in die Kurstadt zog, ist beeindruckend: Einmal wöchentlich walkt er sieben Kilometer und spielt Hobby-Tischtennis beim TuS Bad Aibling, für den bis vor wenigen Jahren auch er auch zu Spielen in der Kreisliga antrat.

Jeden Tag betreibt er Tai Chi und Qigong und legt dabei besonderen Wert auf Atemübungen. In den Sommermonaten widmet sich der „Sport-Jubilar“ seinem Tennis-Steckenpferd in Heufeld. „Mit Tennis habe ich erst in den 80er-Jahren angefangen und habe es dabei bis in die Jungsenioren-Auswahl von Niedersachen geschafft“, erklärt er nicht ohne Stolz.

Zur Abrundung der sportlichen Vielfalt stehen wöchentlich die Gymnastik bei den Aiblinger „Jedermännern“ und Radfahren mit einer Seniorengruppe sowie Spaziergänge durch Bad Aibling auf dem Programm.

„Möchte damit
Vorbild sein“

„Mit dem Sportabzeichen möchte ich Vorbild sein, denn Sport ist wichtig und damit kann man auch alt werden“, stellt er fest und fügt hinzu: „Man darf nicht immer über Kinder schimpfen, die faul rumhängen, wenn die Eltern kein Vorbild sind“.

Die Sportabzeichenprüfung kann im Übrigen bei Vereinen mit einer Leichtathletik-Abteilung wie beispielsweise des TuS Bad Aibling oder des SV Bruckmühl abgelegt werden. Eine Vereinsmitgliedschaft ist dazu nicht notwendig.

Artikel 1 von 11