Kolbermoor – „Es wird ein lauer Sommerabend werden“, hatte Christian
Poitsch, Kolbermoors Stadtmarketingchef, vorab versichert. Ein beinah leichtfertiges Versprechen in diesem Jahr, doch er behielt Recht: Der Neubürgerempfang der Stadt konnte am Dienstagabend bei allerbestem Wetter stattfinden. Der Zulauf war dementsprechend: rund 200 Neubürger zählte man und wohl doppelt so viele „Alteingesessene“ waren ebenfalls da.
Lockere
Atmosphäre
Ein Erfolg, der zweifellos auch dem Ort des Empfangs geschuldet war, zum zweiten Mal fand er nicht mehr im Mareis-Saal, sondern auf dem Rathausvorplatz statt. Von vielen und gerade den „alten“ Kolbermoorern war zu hören, dass es sich leichter mal auf einen Sprung bei einem „Open-Air-Empfang“ vorbeischaut, als wenn man dazu in den Mareis-Saal gehen müsste: Dort ist es im doppelten Wortsinn eine eher „geschlossene Veranstaltung“, der Abend unter freiem Himmel vom Gefühl her irgendwie unverbindlicher und deshalb auch lockerer. Dass man vor dem Rathaus viel Platz hat, kommt der Veranstaltung ebenfalls zugute: Die teilnehmenden Vereine und Organisationen können sich an ihren Ständen ausbreiten und gleichzeitig kann auf der Bühne das Showprogramm ablaufen, ohne dass es an den Ständen Verständigungsprobleme gäbe. Und das, was die Vereine auf der Bühne vorstellten, hatte es in sich: Von der Bläserklasse der Musikschule über Trachtentanz und japanische Kampfkunst bis zur Rhythmischen Sportgymnastik war alles vertreten. Dementsprechend war der Platz vor der Bühne voll begeisterter Zuschauer, Jung und Alt bunt gemischt.
Und weil nicht nur die Musik der Bläserklasse, sondern auch die anderen Vorführungen überwiegend von Kindern und Jugendlichen dargeboten wurden, dürfen sich die Kolbermoorer Vereine sicher binnen kurzer Zeit auf jungen Zuwachs freuen. Das ist natürlich mit der Zweck eines solchen Empfanges, wobei der Erfolg in der Regel immer etwas zeitversetzt kommt. Dass sich gleich an diesem Abend jemand irgendeinem Verein beitritt oder einer Organisation anschließt, ist eher selten. Die meisten kommen, um zu sehen, was es alles gibt, der Entschluss selbst irgendwo mitzumachen, braucht dann in der Regel noch ein bisschen. Eine Ausnahme macht hier allerdings stets die Stadtbücherei: Sie konnte schon am Empfangsabend sage und schreibe 17 Neuanmeldungen verzeichnen. Doch geht es den teilnehmenden Vereinen und Organisationen – 45 an der Zahl – nicht nur um neue Mitglieder: Der Neubürgerempfang ist auch als ideale Gelegenheit gedacht, um sich einmal untereinander auszutauschen, sagt Christian Poitsch. Eine Möglichkeit, die den ganzen Abend mehr als rege genutzt wurde.
Und auch die Alteingesessenen haben etwas davon, denn in Kolbermoor länger zu wohnen, heißt beileibe nicht, dass man weiß, welche Fülle das Gesellschaftsleben in der Stadt eigentlich hat. Kurz: unabhängig von irgendwelchen positiven „Folgenutzungen“ war es ein bunter Abend, ein mehr als angenehmes Erlebnis für alle Besucher und sei es nur, weil man einfach mal positive Stimmung aufsaugen konnte. Das zeigten auch einige ukrainische Neubürger, die gerade erst dabei sind, sich die deutsche Sprache anzueignen, aber sich offensichtlich auch ohne große Gesprächsmöglichkeit bestens amüsierten.