Feldkirchen-Westerham – In wenigen Wochen ist es soweit: Mit dem Bieranstich am Freitag, 19. Juli, um 19 Uhr werden die Festwochen zum 134. Gaufest des Gauverbandes I der oberbayerischen Gebirgstrachtenerhaltungsvereine eröffnet. Mit neun Veranstaltungstagen, die sich über zwei Wochenenden erstrecken, bietet der GTEV „D´Mangfalltaler“ Westerham ein vielfältiges Programm an. Zwei junge Trachtler, Michael Weber und Quirin Atzinger, haben die Ämter der Festleiter übernommen. Im Interview darüber, was sie dazu bewegt hat, diese anspruchsvolle Arbeit zu übernehmen, sprudelt es förmlich aus ihnen heraus. Schon beim Gründungsfest 2019, also vor fünf Jahren, so erzählen die beiden, wuchs bei ihnen der Wunsch: „2024, genau zu unserem 125-jährigen Gründungsjubiläum, da soll das große Gaufest bei uns in Westerham gefeiert werden.“ Den OVB-Heimatzeitungen haben sie erzählt, was sie sonst noch dazu bewegt hat, das Fest nach Westerham zu holen:
Herr Weber, Sie sind Festleiter beim 125-jährigen Gründungsfest der „D´Mangfalltaler“ Westerham und zeitgleich beim 134. Gautrachtenfest des Gauverbandes I. Was hat Sie dazu motiviert, diese Aufgabe zu übernehmen?
Michael Weber: Meine Leidenschaft war und ist schon seit Kindheit der Trachtenverein. Ich habe hier schon früh als Vorplattler Verantwortung übernommen und die Arbeit im Verein immer geliebt. Dazu organisierte ich immer schon gerne Veranstaltungen oder Zusammenkünfte. Das begann bereits in der Schule und zog sich durch verschiedene Vereine. So war ich auch Teil des Festausschusses für unser Gründungsfest 2019. In der Zeit entstand auch mit Quirin gemeinsam die Idee für das Gautrachtenfest 2024. Und weil das Gründungsfest 2019 so einzigartig verlief und vor allem unser ganzer Trachtenverein so motiviert und engagiert hinter dem Gautrachtenfest steht, ist es für mich eine besondere Freude, dieses Festleiteramt übernehmen zu dürfen.
Herr Atzinger, was ist Ihre Aufgabe als stellvertretender Festleiter?
Quirin Atzinger: Mit meinen Erfahrungen als Festleiter beim Gründungsfest 2019 stehe ich dem Michi mit Rat und Tat zur Seite. Vor allem in der heißen Phase des Aufbaus und der Festtage ist es gut, wenn es noch jemanden gibt, der den Gesamtüberblick über das Fest hat, um gegebenenfalls unvorhersehbare Aufgaben zu koordinieren und als zusätzlicher Ansprechpartner für die Fragen der Helfer und Mitwirkenden zur Verfügung zu stehen.
Was war für Sie beide bisher die größte Herausforderung?
Michael Weber: Ein Fest in einer solchen Größenordnung schafft man nicht allein. Da müssen alle im Verein und im Ort zusammenhelfen. Es ist wichtig, alle – ob jung oder alt, ob passiv oder aktiv – für ein solches Fest zu begeistern. Die Motivation, die Begeisterung und den Arbeitswillen von allen zu wecken, ist und bleibt die schwierigste Aufgabe. Denn: Nur gemeinsam kann man das Gaufest stemmen. Aber wir sind auf einem sehr guten Weg und sehr positiv gestimmt aufgrund der vielen ehrenamtlichen Helfer.
Quirin Atzinger: Neben der Organisation des Gaufestes haben sich auch in meinem privaten Leben einige schöne und auch spannende Entwicklungen ergeben. Meine Frau ist ebenfalls im Festausschuss. Unser junges Familienglück, mein erfüllendes Arbeitsleben, die Arbeit um Haus und Hof: Das alles unter einen Hut zu bringen, ist für mich die größte Herausforderung in 2024. Daher bin ich dem Michi sehr dankbar, dass wir mit ihm einen hochmotivierten und sehr guten Festleiter haben und auch der übrige Festausschuss samt allen Mitstreitern mit sehr großem Engagement anpackt.
Es wird auch eine Zeit nach dem Gaufest geben. Welche Aufgabe im Verein könntet ihr in Zukunft übernehmen?
Michael Weber: Da ich durch meine Tätigkeit als Vorplattler immer sehr nahe an der Kinder- und Jugendgruppe war, könnte ich mir ein Amt als Jugendleiter sehr gut vorstellen. Die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen macht mir sehr viel Spaß und ich erlebe es selbst, wie schön es ist, in einer starken Aktivengruppe zu sein. Das will ich unbedingt weitergeben.
Quirin Atzinger: In unserem Verein finde ich es besonders wertvoll, dass alle Altersklassen, von ganz jung bis alt, zusammenkommen und ihren festen Platz im Verein haben. Es ist für uns besonders wichtig, dass die älteren Mitglieder, die nicht mehr so mobil sind, nicht vergessen werden, zu besonderen Anlässen besucht werden und über das Vereinsleben auf dem Laufenden gehalten werden. Das Amt als stellvertretender Vorstand würde ich daher gerne weiterhin ausüben.
Interview: Ingeborg Erb